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Musical


Musik von Tom Kitt
Buch und Gesangstexte von Brian Yorkey  
Deutsch von Titus Hoffmann   
für das Landestheater Linz eingerichtet von Roman Hinze

 


Inszenierung


Österreichische Erstaufführung: 18. Januar 2014
Landestheater, Linz, Österreich
 

  • Musikalische Leitung: Kai Tietje / Borys Sitarski
  • Regie: Matthias Davids
  • Staging: Michael Schmieder
  • Bühne: Sanne Danz
  • Kostüme: Richard Stockinger
  • Lichtdesign: Johann Hofbauer
  • Toneinrichtung: Andreas Frei


Besetzung:

  • Diana: Kristin Hölck
  • Dan, ihr Mann: Reinwald Kranner
  • Gabe, ihr Sohn: Oliver Liebl
  • Natalie, ihre Tochter: Lisa Antoni / Ariana Schirasi-Fard
  • Henry: Christian Manuel Oliveira
  • Dr. Madden: Rob Pelzer

 

 

Premierenchronik

USA UA 15. April 2009 Booth Theatre, New York
D Dspr. EA 11. Oktober 2013 Theater, Fürth
Ö EA 18. Januar 2014 Landestheater, Linz
CH EA 25. Oktober 2019 Stadttheater, Langenthal

 

 

 

Inhaltsangabe

 
"Diana Goodman führt mit Ehemann Dan und Tochter Natalie ein Leben fernab eines 'normalen' Familienalltags, denn sie ist vor 16 Jahren an einer bipolaren Störung erkrankt. Das Auf und Ab ihrer Stimmung bringt sie von manischen in depressiven Phasen. Medikamente und Therapeuten sind ihre ständigen Begleiter im täglichen Versuch, einen Umgang mit der Störung zu finden. Ursache ist ihr Sohn Gabe, mit dem sie spricht - Auswirkungen eines unverarbeiteten Traumas. Dan opfert sich in Liebe zu Diana auf, seine Bemühungen, ihr zu helfen, scheinen jedoch zunehmend ins Leere zu laufen. Zudem leidet Tochter Natalie besonders unter der Situation, da sie von ihrer Mutter fast vollkommen ignoriert wird. Sie flüchtet sich in schulischen Ehrgeiz und Perfektionismus am Klavier. Erst die Begegnung mit dem lockeren und lustigen Henry, der sich in sie verliebt, führt sie weg von ihrem zwanghaften Gerüst. Dianas eigenmächtige Absetzung der Medikamente und ihre Konfrontation mit der Ursache ihrer Störung in einer Gesprächstherapie bringen sie zu einem Suizidversuch. Verängstigt und auf der Suche nach Halt in einem scheinbar ultimativen Heilungsversuch willigt sie in eine Elektrokrampftherapie (EKT) ein. Dianas fast vollständiger Erinnerungsverlust durch die EKT löscht zwar vorerst auch die bipolaren Stimmungsschwankungen aus, aber der Umstand, ein Leben komplett zu rekonstruieren, lässt die Familie beinahe zerfallen. Natalie rutscht in den Drogenkonsum ab und Dan versucht aus unstillbarer Kraft, alles zu retten. Dianas Gedächtnis kommt allmählich zurück - wäre da nicht Gabe, der sich Diana nach und nach wieder aufdrängt..."

Sacha Röder im Programmheft zur Deutschsprachigen Erstaufführung, Fürth 2013.

 

 

Kritiken

 

"Es ist die Show von Kristin Hölck (Diana). Man könnte fast vermuten, dass die Darstellerin in allererster Linie für diese Produktion ins Ensemble gecastet wurde. Und wenn, dann mit Recht. Sie gibt die Rolle der bipolaren Mutter mit packender Intensität, schauspielerischer Gestaltungskraft und gesanglicher Souveränität. Hölck lebt die Rolle, wirkt zu 100% fokussiert.

[...] Bilder von M. C. Escher dienen Sanne Danz als Inspiration für die Gestaltung der Bühne, mit 3-D-Designsoftware experimentierte sie, baute Modelle. Treppen, die ins Nichts führen, Treppen, die durch Bühnendrehungen auseinandergerissen werden, mehrere Ebenen, all das interpretiert man sogar dann fast intuitiv als ein Abbild der Nervenbahnen in Dianas Gehirn, als Auf und Ab ihrer Emotionen, wenn man es vorher nicht im Programmheft gelesen hätte. Die aufs Wesentliche reduzierte Farbenpracht ist in sich stimmig, keine unnötigen Projektionen lenken von den Darstellern ab - Buch, Musik und Darsteller dürfen wirken."

Martin Bruny: Next To Normal. Kristin Hölck bietet eine Masterclass in Sachen Interpretation. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 166, April/Mai 2014, Seite 16-17.

 

"Das Musical "Next To Normal" im Schauspielhaus des Linzer Landestheaters behandelt die tragische Geschichte einer Familie, in der die Mutter an einer bipolaren Störung erkrankt ist: Intelligent und anspruchsvoll das Stück, brillant die Darsteller, famos die Regie von Matthias Davids. Das muss man gesehen haben!

Was da auf der Bühne passiert, ist schlicht und einfach großartig: Kristin Hölck spielt die an einer bipolaren Störung erkrankten Mutter und meistert diese schwierige Rolle mit Bravour. Sie punktet sowohl bei gefühlvollen Balladen als auch bei härtesten Rock-Nummern. Über allem steht ihre schauspielerische Leistung, an Authentizität kaum zu übertreffen."

Lena Aschauer: Das muss man gesehen haben! "Next To Normal" als grandioses Musical im Schauspielhaus des Landestheaters. In: Kronenzeitung, 20. Januar 2014.

 

"In "Next to Normal" singen weder Phantome noch Katzen, keine Präsidentengattin beweint ihr letales Los, alle Rollschuh-Züge stehen still. Die genre-untypische Geschichte schaut vielmehr ins Alltagsgetriebe einer fast normalen Familie.

[...] Es wird viel gesungen und wenig gesprochen in diesem Kammermusical, das vo allem deshalb so gut funktioniert, weil die Charaktere stimmlich wie darstellerisch fein gezeichnet werden. [...] Die Musik von Tom Kitt ist eine Hit- aber nicht Ohrwurm-freie Zone zwischen softem Pop und härterem Rock. Zwei Streicher bringen in den Klangteppich der von Kai Tietje geleiteten Rockkapelle einen Schuss Sentiment ein.

Die Zuschauer verfielen am Ende der zweieinhalb Stunden alles andere als in Depression, auch wenn statt eines Happyends bloß ein Silberstreif am Horizont leuchtet."

Andreas Hutter: Ein irrer Musical-Hit. Österreichische Erstaufführung "Next to Normal" am Linzer Landestheater. In: Neues Volksblatt, 20. Januar 2014.

 

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • CD "Next To Normal". Deutsche Originalaufnahme, Cast, Fürth, Hitsquad Records (Alive), 2014.
  • CD "Next To Normal" Original Broadway Cast, Ghostlight, 2009.

 

 

 

Kommentar

 

Die schweizer Erstaufführung im Stadttheater Langenthal am 25. Oktober 2019 war ein Gastspiel der Marburger Inszenierung (Premiere Waggonhalle  in Marburg: 30. Juli 2019).

 

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"next to normal". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 26. Juli 2021.