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Benutzungshinweise

 

In das Musicallexikon werden die Ur- und Erstaufführungen aller Werke aufgenommen, die sich dem Bereich des populären Musiktheaters zurechnen lassen, unabhängig von den jeweiligen Gattungsbezeichnungen. Genannt werden alle Angaben zum Werk: der Titel der Ur- oder Erstaufführung, der Originaltitel, falls er von der vorangegangenen Angabe abweicht (z.B. bei ungarischen Stücken), die Gattungsbezeichnung, die Namen der Komponisten, Autoren und Übersetzer, die adaptierte Vorlage (so es sie gibt), das Datum der Premiere, die Spielstätte und der Name der Stadt, das Inszenierungsteam, die Premierenbesetzung, eine Inhaltsangabe und eine Auswahl von maximal drei Rezensionen. Darüber hinaus enthält das Musicallexikon eine Chronik, mit der die internationale Verbreitung des Werkes erfasst werden soll, sowie ein Feld für Kommentare unterschiedlichster Art.

Die im Musicallexikon gemachten Angaben orientieren sich nicht am Erfolg der einzelnen Produktion, ihrer Bedeutung, Prominenz oder der Größe der Spielstätte. Jede Selektion unterbleibt. Das Musicallexikon versteht sich als work-in-progress; die Herausgeber erbitten von den LeserInnen Quellen oder quellenfundierte Hinweise zur Vervollständigung des Lexikons. 

 

Zeitraum, geografischer Raum

Es gibt eine zeitliche Begrenzung: Erfasst werden alle Werke des populären Musiktheaters, die seit 1945 bis heute entstanden sind. Berücksichtigt werden dabei nur Inszenierungen im deutschsprachigen Raum. Das meint: die deutschsprachige Schweiz, Österreich, Südtirol (d.h. der deutschsprachige Teil von Italien), die Bundesrepublik Deutschland, die DDR und das vereinte Deutschland nach 1990. Aufführungen in den drei Westzonen und der SBZ in den Jahren zwischen 1945 und 1949 werden entsprechend gekennzeichnet (analog hierzu: Berlin Ost, Berlin West).

Ur- und Erstaufführungen

Aufgenommen werden – wie erwähnt – Ur- und Erstaufführungen. Unter Uraufführung (UA) ist zu verstehen: die erste, offizielle Premiere. Unter Erstaufführung (EA) ist zu verstehen: die erste Aufführung eines Werks in einer festgelegten Region, das bereits anderswo gespielt wird. Die deutschsprachige Erstaufführung (Dspr. EA) ist die erste Aufführung eines fremdsprachigen Werks in deutscher Sprache. Eine nationale Spezifizierung (DEA, ÖEA oder CHEA) gibt die Erstaufführung eines Werks in dem genannten Land an, das anderswo im Ausland seine UA hatte bzw. bereits gespielt wird. Ergänzungen wie „in Englisch“ (i. Engl.) oder „in Russisch“ (i. Russ.) geben an, wenn Aufführungen in der jeweils genannten Sprache stattfanden. Dies betrifft beispielsweise Gastspiele oder Tourneeproduktionen. Neben der Ur- und Erstaufführung werden auch die jeweiligen deutschsprachigen nationalen Erstaufführungen komplett erfasst. Sie sollen den Nachvollzug der jeweiligen nationalen Entwicklung erleichtern. Beispielsweise wird von dem Musical „Elisabeth“ von Levay/Kunze nicht nur die UA in Wien 1992 angegeben, sondern auch die DEA und CHEA. Oder „Mein Freund Bunbury“ hatte 1964 UA in der DDR. Zudem werden die DEA und ÖEA angegeben. Die internationale Verbreitung außerhalb des deutschsprachigen Raums dokumentiert das Eingabefeld „Premierenchronik“. Alle Einträge basieren auf den jeweiligen Primärquellen der Premiere, also den Programmheften, Plakaten, Werbeanzeigen des Theaters oder Rezensionen.

 

Neuübersetzungen, Umarbeitungen

Sollte ein ausländischer Titel nach ihrer deutschsprachigen EA neu übersetzt werden (wie etwa bei „Kiss Me, Kate“), so wird die Premiere der Neuübersetzung nicht im Musicallexikon aufgenommen. Umarbeitungen hingegen, die so substantiell und umfassend sind, dass etwa die ursprünglichen Buch- und Liedautoren nicht länger als Urheber des Werks genannt werden (sie also gleichsam „herausgeschrieben“ wurden), werden aufgenommen. Nicht einzeln aufgenommen werden hingegen Bearbeitungen ohne substanzielle Veränderungen, auch wenn sie danach unter veränderten Titel und/oder Gattungsbezeichnung erneut auf die Bühne kamen. Dies gilt beispielsweise für vereinzelte Stücke von Robert Stolz oder für Lotar Olias „Heimweh nach St. Pauli“. Entsprechende Änderungen können jedoch im Feld „Kommentar“ dokumentiert werden.

 

Grenzfälle

Gattungsgeschichtlich gibt es Grenzfälle, wie etwa George Gershwins „Porgy and Bess“, die „Palasticals“ im Friedrichstadtpalast Anfang der 1960er Jahre oder Polit-Revuen wie „Bombenstimmung“ unter Helmut Baumann im Theater des Westens. Über die Aufnahme dieser Werke in das Musicallexikon entscheiden jeweils die Herausgeber. Gleiches gilt für gewisse Kabarettproduktionen. Nicht aufgenommen werden im Musicallexikon Hinweise auf die Bühnenverlage, die die genannten Werke im Vertrieb haben. Angesichts der Fluktuation, die in diesem Bereich der Lizenzen herrscht, scheinen sie für das Musicallexikon wenig sinnvoll. Darüber hinaus unterbleiben auch alle Angaben etwa zur Zusammensetzung des Orchesters oder den Stimmfächern der einzelnen Rollen. Letzteres bleibt weiterhin originäre Aufgabe der Bühnenverlage. Ebenso werden alle Amateur-, Kinder-, Jugend-, Weihnachts- oder Schulmusicals nicht aufgenommen.