Sie sind hier: Startseite Inhalte Der Mann von La Mancha (Man of …

Der Mann von La Mancha (Man of La Mancha)

Musical


Musik von Mitch Leigh
Buch von Dale Wasserman 
Gesangstexte von Joe Darion 
Deutsche Übersetzung von Robert Gilbert

 

 

Inszenierung


Deutsche Erstaufführung: 10. September 1968  
Theater am Kurfürstendamm, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Henry Barenblat
  • Regie: Dietrich Haugk
  • Regieassistenz: Michael Harnisch, Götz von Langheim
  • Kostüme, nach Howard Bay und Patton Campbell: Birgit Hutter
  • Bühnenbild, nach Howard Bay: Gerhard Hruby
  • Choreografie, nach Jack Cole: Lola Braxton

 

Besetzung:  

  • Don Quixote (Cervantes): Josef Meinrad
  • Sancho (Diener): Peter W. Staub
  • Hauptmann: Götz von Langheim
  • Aldonza: Blanche Aubry
  • Der Gastwirt (Gouverneur): Norman Foster
  • Dr. Carrasco (Herzog): Frank Dietrich
  • Der Padre: Marshall Raynor
  • Antonia: Diana Henery
  • Die Haushälterin: Anna Maragaki
  • Der Babier: Carlo Lando
  • Maria, Frau des Gastwirts: Annaliese Würtz
  • Gitarrist: Ingo Cramer
  • Maultiertreiber: Jörg Maria Berg, Berno Cramm, Rudolf Katzböck, Hannes Müller, Harald Sielaff, Rudolf-Walter Wasserlof
  • Fermina, Dienstmädchen: Margot Böhme
  • Maurin: Margot Böhme
  • Die Pferde: Gerald Florian, Hans Münklich

 

 

Premierenchronik

USA UA 22. November 1965 ANTA Washington Square Theatre, New York
A Dspr. EA 4. Januar 1968 Theater an der Wien, Wien
GB EA 24. April 1968 Piccadilly Theatre, London
D EA 10. September 1968 Theater am Kurfürstendamm, Berlin
CH EA 16. November 1969 Stadttheater Basel
DDR EA 8. Oktober 1972 Brandenburger Theater, Brandenburg

 

 

Inhaltsangabe


Der Dichter Miguel des Cervantes, der aufgrund ketzerischer Bemerkungen und vieler Geldgeschichten bereits mehrfach hinter Schloss und Riegel saß, wird erneut zusammen mit seinem Diener im Kellerverlies eingesperrt. Nach dem Brauch in diesem Gefängnis müssen sich die Neuankömmlinge - während die Inquisition ihre Vorbereitungen für das Verhör trifft - auch vor den Mitgefangenen rechtfertigen für ihr Tun, ihr Vergehen, an dessen Ende - wie in der oberen Welt - selbstverständlich die Verurteilung steht. Um sich zu verteidigen, beginnt Cervantes die Geschichte von Don Quixote zu erzählen, zu spielen, mit den Mittteln und Gegenständen in der Zelle, mit Verteilung der Rollen unter den Mitgefangenen, Theater auf dem Theater, immer wieder durchbrochen durch Einwürfe der Gefangenen oder das Auftauchen der Wärter. 

Mit seinem Diener Sancho Pansa ist Don Quixote unterwegs, die Tugenden des Rittertums in die Welt zu tragen, das Schlechte zu bekämpfen, das Gute zu stärken und die Frauen zu ehren. In einer Windmühle erkennt er den großen Magier, den er vergeblich versucht zu besiegen, aus einer Schenke wird in seiner Wahrnehmung eine erhabene Burg und aus der Küchenhure Aldonza das edle Fräulein Dulcinea. Sancho Pansa ist realistischer, weist seinen Herrn auf die wahren Zustände hin, doch trotz aller Misslichkeiten, die aus dem Zusammenprall von Idealen und Wirklichkeit entstehen, hält er ihm die Treue. In der Schenke treffen sie auf Viehhirten, die sich boshaft an Aldonza vergehen, als Don Quixote ihnen mit seiner Dulcinea-Anbetung lästig wird. Noch als er komplett ausgeraubt wird, lässt er sich nicht von seiner Aufgabe, für das Gute zu streiten, abbringen. Erst ein rationalistischer Arzt, der ihm im Spiegel seine eigene bizarre Hässlichkeit zeigt, besiegt den "Ritter von der traurigen Gestalt". Er zwingt ihn aufs Sterbebett, der Kampf um das Gute scheint verloren. Als jedoch Aldonza kommt, begleitet von Sancho, ihn an seinen Traum erinnert, ihm offenbart, dass er aus ihr einen anderen Menschen gemacht habe, da erhebt er sich noch einmal, seiner Aufgabe gewiss: "to fight the unbeatable foe".

Zum Schluss akzeptieren die Mitgefangenen Cervantes´ Verteidigung und raten ihm, vor der Inquisition, die ihn holt, ebenso klug und geschickt zu argumentieren wie bei ihnen.

(Wolfgang Jansen)

 

 

Medien / Publikationen

 

Audio-Aufnahmen

  • "Der Mann von La Mancha". Originalaufnahme der deutschsprachigen Erstaufführung im Theater an der Wien, Studio-Einspielung, Wien 1968, Polydor 249 219 (Vinyl,1xLP)

 

Literatur

  • Miguel de Cervantes Saavedra: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha. Übersetzt von Ludwig Tieck, Wiesbaden: Vollmer 1975.
  • Peter Back-Vega: Theater an der Wien, 40 Jahre Musical. Wien: Amalthea 2008.
  • Wolfgang Jansen: "Die Yankees am Hof des Königs Cervantes", Zur deutschsprachigen Erstaufführung von Mitch Leighs ´Man of La Mancha´ 1968 in Wien. In: Ders.: Musicals, Geschichte und Interpretation. Gesammelte Schriften zum populären Musiktheater, Band 1, Münster u.a.: Waxmann 2020, Seite 250-255.

 

 

Kommentar

 
Das Musical basiert auf einem Fernsehspiel von Dale Wasserman mit dem Titel "I, Don Quixote" und auf dem Roman "Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha" von Miguel de Cervantes Saavedra aus den Jahren 1605 und 1615.

Die deutsche Erstaufführung im Berliner Theater am Kurfüstendamm war ein Gastspiel der Wiener Produktion.

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Der Mann von La Mancha" ("Man of La Mancha") [Berlin]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 22. November 2020.