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Das Wunder von Neukölln

Eine Sozialkomödie mit Musik


Musik von Wolfgang Böhmer  
Text von Peter Lund  

 

 

Inszenierung


Uraufführung: 4. Dezember 1998  
Neuköllner Oper, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

 

  • Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg 
  • Regie: Bernd Mottl
  • Bühnenbild: Dirk Immich
  • Kostüme: Susanne Suhr

 

Besetzung:  

  • Janine Majowski: Christine Rothacker
  • Edith Majowski, ihre Mutter: Silvia Bitschkowski
  • Robert Majowski, Janines Bruder: Martin Stenkamp
  • Klaus, Janines Freund: Guido Schmitt
  • Franziska, Janines Freundin: Claudia Stangl
  • Birgit, Janines Freundin: Ilka Sehnert
  • Johannes, Fernsehmoderator: Gerd Lukas Storzer
  • Dorothea, sein Freundin: Katrin Aebischer

 

Premierenchronik

D UA 4. Dezember 1998 Neuköllner Oper, Berlin

 

 

Inhaltsangabe


"Die Supermarktkassiererin Janine hat einen Job, ist aber schwanger; ihr Freund Klaus ist arbeitslos und rät ihr "Mach wech!" Sie aber will das Kind, auch wenn sie weiß, daß sie ihren Job dabei verlieren wird. Als sich herausstellt, daß ihr Sohn Dennis am Down-Syndrom leidet, also mongoloid ist, sitzt sie völlig verlassen da. Ihren Freund hat sie zum Teufel gejagt, und auch die krebskranke Mutter und der schwule Bruder Robert bieten ihr wenig Hilfe ("im Dorf, da wär' da ein Kissen drauf gekommen"). Nicht anders reagieren ihre Freundinnen Franziska und Birgit, mit denen sie noch kurz vor der Geburt die Discos unsicher gemacht hat.

Doch dann wirkt "der Mongo" Wunder: Johannes, ein smarter Fernseh-Moderator mit einer wöchentlichen Sendung für Verbraucherschutz, erfährt von ihrer Lage und entdeckt unvermutet, daß die ihm bislang als anonym bekannte Not durchaus Name und Adresse hat. Er kalkuliert den Effekt und schaltet vor seiner Sendung einen Spendenaufruf für die alleinstehende, arbeitslose Mutter mit krankem Kind. Praktisch über Nacht wird Janine reich und berühmt. Und als ihre Freundin Franziska mit einer Haarlocke des "Mongo" in der Tasche plötzlich einen Job bekommt, und ihre Mutter den Medien erklärt, das Baby habe sie vom Krebs geheilt, da ist das Wunder perfekt. Janine wird zum Medienstar, nunmehr geschickt gemanagt von Johannes, dessen Karriere das neue Gutmensch:Image auch nicht gerade abträglich ist. Auch Janines Ex taucht wieder auf, der inzwischen ein Stelle als Gärtner hat. "Komm mit nach Falkensee, da bau ich Dir ein Haus", umwirbt er sie.. Doch sein Wunsch nach einem zweiten "normalen" Kind öffnet ihr wieder die Augen: "Deine Hand an meinem Po geht mir glatt am Arsch vorbei." Zum Schluß ein märchenhafter, wenn auch glaubhafter Ausgang: Janine befreit sich von Johannes. Nicht länger ist sie nur ein Objekt des Medienrummels, den er um sie herum veranstaltet, sondern sie managt sich und ihren Sohn jetzt selbst."

(Wolfgang Jansen: Das Wunder von Neukölln - Witzig, geistreich und kritisch: ein neues deutsches Off-Musical empfiehlt sich den Stadttheater-Spielplänen. In: musical, Das Musicalmagazin, Heft 75, Februar/März 1999, Seite 10-11.)

 

 

Kritiken

 
"Auf diesem schmalen Grad zwischen romantischer Komödie und eiskaltem Sozialmilieu bewegt sich traumwandlerisch sicher die ganze Produktion, die Bernd Mottl mit vielen guten Einfällen temporeich inszenierte.

[...] Komponist Wolfgang Böhmer, früher zur Berliner Musicalgruppe "College of Hearts" gehörend, hat eine Partitur geschrieben, die jazzige Musiknummern geschickt mit monotonem Kassengeklingel im Supermarkt oder Babygeschrei im Kreißsaal, und Disco-Sound mit alter Tanzmusik verbindet."

(Wolfgang Jansen: Das Wunder von Neukölln - Witzig, geistreich und kritisch: ein neues deutsches Off-Musical empfiehlt sich den Stadttheater-Spielplänen. In: musical, Das Musicalmagazin, Heft 75, Februar/März 1999, Seite 10-11.)

 

 

Medien / Publikationen


Audio

  • CD OC Neuköllner Oper, Berlin, 1998

 

  

Empfohlene Zitierweise

 
"Das Wunder von Neukölln". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 26. August 2020.