Sie sind hier: Startseite Inhalte Titanic

Titanic

Musical


Musik und Gesangstexte von Maury Yeston 
Buch von Peter Stone 
Deutsche Übersetzung von Wolfgang Adenberg

 


Inszenierung


Deutschsprachige Erstaufführung: 8. Dezember 2002
Neue Flora, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland
 

  • Regie: Eddy Habbema
  • Musikalische Leitung: Bernhard Volk
  • Choreografie: Kim Duddy
  • Bühne: Eric van der Palen
  • Kostüme: Yan Tax
  • Lichtdesign: Reinier Tweebeeke
  • Tondesign: Jeroen ten Brinke


Besetzung:

  • Kapitän E. J. Smith: Michael Flöth
  • Heizer Frederick Barrett: Patrick Stanke
  • Funker Harold Bride: Jens Janke
  • Steward 1. Klasse Henry Etches: Leon van Leeuwenberg
  • Ausguck Frederick Fleet: Norbert Kohler
  • Bandleader Wallace Hartley: Christopher Morandi
  • 1. Offizier William Murdoch: Wolfgang Höltzel
  • 2. Offizier Charles Lightoller: Stefan Voigt
  • 3. Offizier Herbert Pitman / Major: Heiko Stang
  • Rudergänger Robert Hichens / Musiker: Oleh Vynnyk
  • 4. Offizier Joseph Boxhall / Jay Yates: Kristian Vetter
  • Chefsteward Andrew Latimer: Ole Lehmann
  • Bellboy: Stefan Stara
  • Steward / Tänzerin DaMico: Michael Kemper
  • Stewardess / Tänzerin DaMico: Katarina Trinkewitzova

 

1. Klasse Passagiere

  • Ingenieur Thomas Andrews: Carsten Axel Lepper
  • Eigentümer Titanic Bruce Ismay: Robin Brosch
  • Isidor Straus: Robert Lenkey
  • Ida Straus: Marina Edelhagen
  • John Jacob Astor: Erwin Bruhn
  • Madeleine Astor: Martina Dorothea Rumpf
  • Benjamin Guggenheim: Ulrich Talle
  • Madame Aubert: Henrika Fabian
  • George Widener: Seth Lerner
  • Eleanor Widener: Karin Westfal
  • John B. Thayer: Mathias Sanders
  • Marion Thayer: Evelyn Werner
  • Charlotte Cardoza: Masha Karell

 

2. Klasse Passagiere

  • Alice Beane: Iris Schumacher
  • Edgar Beane: Martin T. Haberger
  • Charles Clarke: Björn Breckheimer
  • Caroline Neville: Nicole Baumann

 

3. Klasse Passagiere

  • Kate McGowan: Jasmin Madwar
  • Jim Farrell: Marius Sverrisson
  • Kate Murphey: Simone Geyer
  • Kate Mullins: Jessica Kessler

 

In weiteren Rollen (Swings)

  • Claudia Beeler, Diana Böge, Yvonne Disqué, Daniela Wildprad, Michael Clauder, Sebastian Kraft, Marcel Meyer, Harald Kratochwil, Klaus Meile, Lucius Wolter

 

 

Premierenchronik

USA UA 23. April 1997 Lunt-Fontanne Theatre, New York
Belgien EA 15. Dezember 2000 Opéra Royal de Wallonie, Liège
D Dspr. EA 8. Dezember 2002 Neue Flora, Hamburg


Die Belgische Premiere war zugleich die europäische Erstaufführung.

 

Inhaltsangabe


"Prolog: Thomas Andrews, Konstrukteur und Schiffsbauer, ruft uns die technischen Wunderwerke der Menschheitsgeschichte ins Gedächtnis und präsentiert dann das neue Weltwunder, das er selbst geschaffen hat... (´Zu allen Zeiten´)

Erster Akt, 1. Szene: Wir schreiben den 10. April 1912. Am Pier von Southhampton, England, liegt das größte Schiff aller Zeiten für seine Jungfernfahrt bereit: Der Royal Mail Steamer Titanic, ausgerüstet mit der neuesten Sicherheitstechnik, die ein Sinken praktisch unmöglich machen soll. Der Heizer Frederick Barrett erscheint als einer der ersten am Pier und steht überwältigt vor der Schönheit und Imposanz des Schiffes (´Bist du ein Traum, Titanic?´). Die Besatzungsmitglieder verabschieden sich von ihren Lieben an Land (´Lebe wohl´). Sie brennen darauf, endlich mit diesem Wunderwerk der Technik ablegen zu können (´Stolz der See´), und freudig werden alle Vorbereitungen getroffen (´Das Schiff wird beladen´). Kapitän E. J. Smith, Konstrukteur Thomas Andrews und Reeder J. Bruce Ismay beglückwünschen sich gegenseitig zu ihrem bahnbrechenden Beitrag zum 20. Jahrhundert (´Das gewaltigste bewegliche Objekt´). Die Passagiere der Dritten und Zweiten Klasse treffen ein (´Ich muss auf dieses Schiff´). Unter ihnen ist auch Alice Beane, die an Bord vor allem die Nähe zu den Reichen und Mächtigen der Welt genießen will. Sie kennt den Lebenslauf eines jeden einzelnen Millionärs aus der Klatschpressse, und als die Passagiere der Ersten Klasse eintreffen, kann sie ebenso fundiert wie erschöpfend Auskunft geben (´Mrs. Beane / Aufmarsch der Ersten Klasse´). Beladen mit den Träumen und Hoffnungen ihrer Passagiere, legt die Titanic schließlich zu ihrer ersten Überfahrt ab (´Gute Fahrt´). 

2. Szene: Schon kurz nach der Abfahrt kommt J. Bruce Ismay auf die Brücke und verlangt vom Kapitän Smith, die Geschwindigkeit zu steigern. Er will in Rekordzeit in New York ankommen und die Titanic damit einmal mehr in die Schlagzeilen bringen. Smith fügt sich nur widerwillig seinen Wünschen und gibt  den Heizern die Anweisung, den Kesseldruck zu erhöhen. Der Heizer Barrett hat große Bedenken, das Tempo so früh schon zu steigern. Doch ihm wird unmissverständlich klar gemacht, dass er nichts weiter als ein Befehlsempfänger ist. Barrett fragt sich, warum er einst von den Kohleminen Englands in den Kesselraum eines Schiffes gewechselt ist, wenn er dort doch nur wieder Kohle schaufeln muss (´Barretts Lied´).

3. Szene: Die Passagiere der Zweiten Klasse bestaunen durch ein Bullauge den Luxus des Erste-Klasse-Speisesaals. Dort weist der Chefsteward Henry Etches gerade das Personal in seine Aufgaben ein, bevor die edlen Gäste zum Diner erscheinen (´Eine Zeit voller Glanz und Pracht´). Vor den Augen der Ersten Klasse muss sich Kapitän Smith von Ismay demütigen lassen.

4. Szene: Auf der Brücke erhält Kapitän Smith eine weitere Eisbergwarnung, die für ihn jedoch keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Der Erste Offizier William Murdoch bewundert seinen Kapitän für die Last der Verantwortung, die er übernimmt (´Die Last des Kapitäns´).

5. Szene: Im Speisesaal der Dritten Klasse geht es ausgelassen zu. Die junge Irin Kate McGowan hofft wie alle anderen Auswanderer auf ein besseres Leben in der neuen Welt (´In Amerika´). 

6 Szene: Ismay erscheint wieder auf der Brücke und verlangt eine weitere Erhöhung der Geschwindigkeit. Wutentbrannt beschimpft er seine Crew.

7. Szene: Am Samstag Abend gelingt es Barrett, sich in den Funkraum des Schiffes zu schleichen, wo er seiner Freundin Darlene in England eine Nachricht übermitteln lässt (´Der Heiratsantrag´). Der junge Funker Harold Bride schildert, wie glücklich es ihn macht, dass er über seinen Telegraphen mit der ganzen Welt verbunden ist (´Die Nacht hallte wieder´).

8. Szene: Nach dem Sonntagsgottesdienst (´Gott steh mir bei´) erfreut sich die Erste Klasse an den modernen Klängen des Ragtime (´Beim Klang der Ragtime-Band´). Alice Beane aus der Zweiten Klasse kann sich unbemerkt unter ihre Idole mischen. Aber ihr kurzer Einblick in die glitzernde Welt des Reichtums macht sie umso unzufriedener mit ihrem eigenen Leben (´Ich will mehr´). 

9. Szene: Inzwischen ist es Nacht geworden. Sonntag, der 14. April 1912. Die Titanic fährt in völliger Dunkelheit mit Höchstgeschwindigkeit über die spiegelglatte See. Der Ausguck Frederick Fleet kann kaum die Hand vor Augen sehen (´Kein Mond´). Während sich viele Passagiere an Deck versammeln, steuert die Titanic unaufhaltsam ihrem Schicksal entgegen. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein gigantischer Eisberg vor dem Bug auf. Fleet entdeckt ihn in letzter Sekunde. Die Titanic versucht auszuweichen, aber sie schrammt mit ihrer Flanke an dem Eisberg vorbei, so dass ihr Rumpf über eine Länge von 90 Metern aufgerissen wird.

Zweiter Akt, 1. Szene: Andrews untersucht den Schaden, den der Eisberg angerichtet hat, und muss bestürzt feststellen, dass die Titanic sinken wird. Die Passagiere werden unsanft aus dem Schlaf gerissen, als die Besatzungsmitglieder an ihre Türen klopfen und sie bitten, sich anzuziehen. Erste Verwirrung macht sich breit (´Aufstehn, aufstehn!´). 

2. Szene: Die Passagiere fühlen sich an Bord des unsinkbaren Schiffes so sicher wie in Abrahams Schoß. Sie haben daher nur wenig Verständnis dafür, dass sie nun mitten in der Nacht im Salon der Ersten Klasse antreten sollen, wo der Steward Etches Sicherheitshinweise gibt (´Im Schlafanzug im großen Saal´). Doch schon bald wird allen klar, dass die Titanic nicht mehr zu retten ist.

3 Szene: Jim Farrell, Kate McGowan und ihre Freundinnen suchen verzweifelt einen Weg zu den Rettungsbooten, doch sie stoßen nur auf zugesperrte Gitter (´Die Treppe´). Barrett entdeckt sie dort und zeigt ihnen den Weg auf das Bootsdeck.

4. Szene: Die ersten Passagiere erreichen das Bootsdeck. Der Funker Bride muss entsetzt feststellen, dass das nächste erreichbare Schiff vier Stunden entfernt ist - zu weit, um noch rechtzeitig am Unglücksort einzutreffen. Kapitän Smith, Konstrukteur Andrews und Reeder Ismay geben sich gegenseitig die Schuld an der Katastrophe (´Die Schuldfrage´).

5. Szene: Allen ist der Ernst der Lage nun bewusst geworden. Es beginnt ein Ansturm auf die wenigen Rettungsboote. Familien und Liebespaare werden auseinander gerissen. Wider besseres Wissen hoffen alle noch auf eine wundersame Rettung (´Wir sehen uns wieder´).

6. Szene: Nachdem alle Rettungsboote abgefiert sind, bleiben mehr als zwei Drittel der Passagiere an Bord zurück. Den meisten ist nun klar, dass ihnen der Tod bevorsteht und es keine Rettung mehr geben wird. Henry Etches legt sein Schicksal in Gottes Hand (´Die Last des Kapitäns - Reprise´).

7. Szene: Auch das Millionärsehepaar Ida und Isidor Straus ist unter den Zurückgebliebenen. Ida Straus hat sich geweigert, in ein Rettungsboot zu steigen, denn nach 40 Jahren Ehe will sie ohne ihren Mann nicht weiterleben. Gestärkt durch ihre Liebe, ergeben sie sich gemeinsam in ihr Schicksal (´Wie vor aller Zeit´).

8. Szene: Im menschenleeren Rauchsalon brütet Thomas Andrews manisch über den Plänen der Titanic, um seinen fatalen Konstruktionsfehler zumindest auf dem Papier noch zu korrigieren. Er, der das Schiff besser kennt als jeder andere, sieht nun in schrecklicher Deutlichkeit die letzten Minuten der Titanic voraus (´Mr. Andrews´ Vision´).

9. Szene: 1.517 Menschen folgen dem stolzen Schiff in den Tod. Die 711 Überlebenden werden von der Carpathia aufgenommen. In Gedanken sehen sie sich wieder mit den Toten vereint am Pier von Southhampton stehen und denken betroffen an ihre großen Träume zurück, die so katastrophal gescheitert sind (´Finale´).

(aus dem Programmheft der deutschsprachigen Erstaufführung)

 

 

Kritiken


"Anders als James Camerons Hollywood-Leinwandepos, hält sich das Musical fast ausschließlich an historische Personen und an Handlungen, wie sie von Überlebenden der Katastrophe vom 14. April 1912 in späteren Gerichtsverhandlungen und Veröffentlichungen geschildert wurden. Es kommt ohne frei erfundene Liebesgeschichte aus, und im Zentrum der Handlung stehen Einzelschicksale von Besatzung sowie Passagieren der ersten bis dritten Klasse. Klassengesellschaft und Fortschrittsglaube sowie die Frage wie sich Menschen verhalten, die dem Tod gegenüberstehen sind hier die dramaturgischen Konfliktlinien. [...] 

Verschiedene, beeindruckende Bühnenbilder wollen beim Zuschauer die Illusion erwecken, hautnah dabei zu sein: Neben einem riesigen Bullauge aus Pappmaché-Stahl kommt auch ein ebensolches neun Meter hohes und vierzehn Meter breites Portal, in das zwei bewegliche Brücken eingehängt sind, zum Einsatz. Dieser technische Kniff erlaubt es, die Szenen in kurzer Abfolge auf drei Deckebenen spielen zu lassen. War der Zuschauer eben noch Zeuge heftiger Diskussionen oben auf der Brücke zwischen Kapitän E. J. Smith und Reeder J. Bruce Ismay über die Leistungsfähigkeit des mächtigen Ozeanriesen, hebt sich anschließend die Stahlplatte unten auf der Bühne und der Zuschauer ist plötzlich stummer Zeuge der Ereignisse im Maschinenraum, tief unten im Bauch des Stahlkolosses. Über all dem hängt hoch oben über der Bühne der Matrose im Krähennest, der den unheilbringenden Eisberg, in Ermangelung eines Fernglases zu spät sieht."

Sarina Leonhard: Titanic, Leinen los und "Gute Fahrt!". In: blickpunkt musical, Die große Musical-Fachzeitschrift, Nr. 01/03, Januar-Februar 2003, Seite 7-11.

 

"Ein großes Musical mit großen Emotionen verspricht ´Titanic´ zu sein. Und es ist ein großes Musical, zweifellos. Große Emotionen und überbordende Leidenschaft bleibt das Musical allerdings schuldig. Gefühle werden behauptet, spürbar aber leider kaum. Erstaunlich, denn immerhin hält sich Buchautor Peter Stone an die historischen Fakten und lässt uns Menschen kennen lernen, die damals auf der Jungfernfahrt tatsächlich an Bord waren und die die schrecklichen Ereignisse miterleben mussten. Ganz anders also als Filmregisseur James Cameron bei seiner ´Titanic´-Verfilmung. Dem gelang es - Kitsch hin oder her - in seinem Leinwandepos jedoch blendend, mit einer fiktiven Liebesgeschichte Emotionen zu entfachen. Und er verstand es Spannung zu erzeugen! Im Vergleich dazu plätschert das Musical müde dahin. Dramatik? Fehlanzeige! [...]

Großes Talent zeigt Patrick Stanke, ein vielversprechender junger Künstler, der mit starker Stimme beeindruckt. Er könnte als Heizer Frederick Barrett noch etwas mehr Power und Härte zeigen, verdient aber zu Recht den begeisterten Applaus. Sein Lied im Kesselraum und die gemeinsame Nummer ´Der Heiratsantrag´ mit Jens Janke im Funkraum gehören zu den stärksten Momenten den Abends. [...]

Der Mythos Titanic ist stark, ´Titanic - Das Musical´ nicht."

Gerhard Knopf: Titanic, Großartige Optik, aber nicht richtig auf Kurs. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 99, Februar/März 2003, Seite 4-7.

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • "Titanic". A New Musical. Original Broadway Cast Recording. RCA Victor 09026 68834 2, USA 1997 (CD).
  • "Titanic". Das Musical. Deutsche Original-Fassung, Neue Flora Hamburg, Deutschland, Polydor 065 550-2 (18), 2002 (CD).

 

Literatur

  • Peter Stone and Maury Yeston: Titanic, The Complete Book of the Musical. New York: Applause Books 1999.
  • John P. Eaton, Charles A. Haas: Titanic, Legende und Wahrheit. Überarbeitete und erweiterte Ausgabe, Königswinter: Heel Verlag 1997.

 

 

Kommentar


Die Namen der Kinderdarsteller für die Rolle des Jack Thayer bleiben ungenannt.

 

 

Empfohlene Zitierweise


"Titanic". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu.

Letzte inhaltliche Änderung: 25. Januar 2020.