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Das Taxigirl Sweet Charity (Sweet Charity)

Musical


Musik von Cy Coleman
Buch von Neil Simon
Nach dem Film "Die Nächte der Cabiria" von Federico Fellini
Liedertexte von Dorothy Fields
Deutsche Fassung von Marianne Schubart und Karl Vibach
Deutsche Liedertexte von Victor Bach

 

 

Inszenierung


Deutschsprachige Erstaufführung: 7. Februar 1970
Hessisches Staatstheater, Wiesbaden, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Bernhard Stimmler
  • Regie: Werner Saladin
  • Choreographie: Lynn Simonson
  • Choreographische Assistenz: Yoe Lan Tjoa
  • Kostüme: Christel Räder
  • Bühnenbild: Philipp Blessing
  • Chöre: Martin Binger

 

Besetzung:  

  • Charity, Taxigirl im "Fan-Dango": Dagmar Koller
  • Helene, Taxigirl im "Fan-Dango": Ingrid Burmester
  • Nickie, Taxigirl im "Fan-Dango": Waltraud Habicht
  • Carmen, Taxigirl im "Fan-Dango": Erna Maria Müller
  • Hermann, Geschäftsführer im "Fan-Dango": Wolfgang Frey
  • Ursula, eine verwöhnte Dame: Rosemarie Schubert
  • Vittorio Vidal, italienischer Filmstar: Heinz Peters
  • Manfred, Butler bei Vidal: Werner Jonas
  • Oscar, ein junger Buchhalter: Werner Saladin
  • Daddy Brubeck, Priester einer Sekte: Jürgen Kirchhoff
  • Zwei Jünger: Karl Acher, Hans Ziegler
  • Rosie, Taxigirl-Anfängerin: Chantal Ripoll
  • Sonnenbrille, ein junger Gangster: Jürgen Kirchhoff
  • Spaziergänger: Henning Böcker
  • Ehepaar: Gerta Acher, Dolf Dotz
  • Junger Mann: Volker Wunderlich
  • Mann auf Stelzen: Helmut Beetz
  • Frau mit Hut: Trude Kortegast
  • Mann mit Hund: Viktor Hospach
  • Erster Polizist: Karl Acher
  • Zweiter Polizist: Jürgen Kirchhoff
  • Eisverkäufer: Karl Berthold Spitzley
  • Sportler: Klaus Schoetschel
  • Mann mit Brille: Heinz Jenning
  • Spanier: Hans Ziegler
  • Alter Mann: Werner Jonas
  • Eine Frau: Sonja Belbe
  • Taxigirls: Sadhona Lingden, Ursula Elzner, Lore Butzek, Gisela Gätjen, Ingeborg Runne, Zaria Clarke, Iskra Abadjieva, Ursel Fischer
  • Pförtner des Pompeji-Clubs: Hans Ziegler
  • Sammlerin: Regina Maaß
  • Mann mit Keuchhusten: Karl Acher
  • Moralistin: Trude Kortegast
  • Schnorrer: Karl Berthold Spitzley
  • Kellner im Pompeji-Club: Henning Böcker
  • Gäste des Pompeji-Clubs: Waldemar Gauer, Ursula Elzner, Abubakar Gasnola, Corps de ballet
  • Fräulein von der Auskunft: Ortrud Chmielewski
  • Erste Kursusinteressentin: Sonja Belbe
  • Zweite Kursusinteressentin: Trude Kortegast
  • Wartender vor dem Lift: Josef Hanke
  • Barney: Heinz Jenning
  • Herren der Brass Band: Waldemar Gauer, Klaus Schoetschel, Heinz Joachim, Michael Ounsted, Jürgen Claude, Joachim Blanck

 

 

 

Premierenchronik

USA UA 29. Januar 1966 Palace Theatre, New York
GB EA 11. Oktober 1967  Prince of Wales Theatre, London
D Dspr. EA 7. Februar 1970 Hessisches Staatstheater, Wiesbaden
DDR EA 29. April 1971 Staatsoperette, Dresden
A EA ? 1978/79 Landestheater Linz
CH EA 12. November 2009 Stadttheater, Bern

 

 

 

Inhaltsangabe


Charity "Hope" Valentine ist Taxi-Girl, eine Animierdame, die auch besondere Wünsche ihrer Kunden erfüllt. Sie arbeitet mit ihren Kolleginnen im "Fan-Dango"-Club. Desillusioniert vor ihrem Arbeitsumfeld, von den verflossenen Liebhabern und ihrer Zukunft, verbringt sie per Zufall eine Nacht mit dem italienischen Filmstar Vittorio Vidal, wenn auch nur auf der Flucht vor dessen eifersüchtiger Freundin in seinem Kleiderschrank. Ihr Glück scheint aber vollkommen, als sie zusammen mit dem verklemmten Buchhalter Oscar in einem Lift steckenbleibt und ihn, der an Klaustrophie leidet, von der beengten Situataion ablenken kann. Sie kommen sich näher, sehen sich öfter, gehen sogar zusammen zu einer obskuren "Messe" des Sekten-Priesters Daddy Brubeck. Schließlich hält Oscar um ihre Hand an. Das Glück scheint perfekt. Doch bei der Junggesellinen-Abschiedsfeier im "Fan-Dango" gesteht Oscar Charity, sie doch nicht heiraten zu können. Er schafft es nicht, über ihre "berufliche" Vergangenheit hinweg sehen zu können. Wieder ist Charity allein. Doch wie immer blickt sie optimistisch in die Zukunft.

(Klaus Baberg)

 

 

 

Kritiken

 

"Zur Pause ein Triumph, am Ende ein Erfolg - schade, daß es nicht umgekehrt war, denn ´Das Taxigirl Sweet Charity´ brachte eine gute Brise Broadway-Schwung ins operettenselige Germany. [...] Nun hatte das Staatstheater Wiesbaden den Mut, den Start für Deutschland zu wagen, unter Einsatz größter Mittel. Das zahlt sich aus: der erste Teil - acht Szenen bis zur Pause - hatten Broadway-Pfiff. Die Choreographin Lynn Simonson konnte in den USA viele Musical-Erfahrungen sammeln, die sie in Wiesbaden praktizierte - Ergebnis: endlich ein Musical und kein modisch getarnter Operetten-Schmarren, zumindest bis zur Pause.

[...] Nach der Pause aber wird´s bisweilen amerikanisch schnulzig, es muß nun endlich ´Liebe´ herein, und da denken wir an die Singspiele vor vierzig Jahren und bedauern, daß die Amerikaner nicht ohne diesen trockenen Witz, den harten Rhythmus aufweichenden Kitsch auszukommen vermögen."

Wilhelm Ringelband: Zur Hälfte ein Triumph. Broadway-Musical "Sweet Charity" mit Dagmar Koller in Wiesbaden. In: Grafschafter Nachrichten, Nordhorn, 2. Februar 1970.

 

"Das Rezept, nach dem Simon und Coleman ihr Musical zusammenbauten, enthält bewährte Zutaten. Ein bißchen ´sündiges Milieu´, bunt glitzernd à la ´Irma la Douce´ und garantiert jugendfrei, die Mädchen tun gar nichts ´Böses´ und träumen vorwiegend vom kleinen Glück, was wiederum das Herz der Zuschauer bewegt. Es wird ein wenig getanzt, in einem fashionablen Nightclub sogar recht fesch - wie in der guten alten Operette -, es wird auch mal frech gesungen, und es wird streckenweise viel und lange Dialoge geredet, daß man fast vergißt, ein Musical vor sich zu haben. Hinzu kommt, daß Cy Coleman das Kunststück fertiggebracht hat, sechzehn Musiknummern ohne einen nennenswerten Einfall zu komponieren."

hd.: Musical ohne Musik. "Sweet Charity" in Wiesbaden erstaufgeführt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Februar 1970.

 

"Für die Titelfigur hat man sich Dagmar Koller, frühere Operetten-Soubrette aus Wien geholt. Sie bemühte sich nach gar nicht schwachen Kräften, stand die Drei-Stunden-Rolle attraktiv, pausenlos lebhaft, charakterlich beweglich und tänzerisch gelenkig durch. Doch auch hier: mal erinnerte sie an der Monroe naiven Mimik, mal an Gene Kellys tanzende Partnerinnen, mal - beim Song im Regenmantel - schien's ein Knef-Versuch. Eine ureigene Ausstrahlung mangelte ihr ebenso wie der winzige Schuß Verderbtheit als Prise Salz zu dieser sonst gar zu rührenden Rolle.

[...] Doch blieb bei der Wiesbadener Premiere der Szenenapplaus, im flotteren ersten Akt noch freigiebig gespendet, im gedehnten Teil nach der Pause mehr und mehr aus. Und als am Ende die Verbeugungstour begann, rührten sich die Hände nur in Maßen und erst dann, wenn die Darsteller von selbst wieder erschienen. Der Vorhang mit den vielen Herzchen senkte sich bald. Wenn ´Sweet Charity´ die Herzen erobern will, muß sie viel munterer werden..."

Hanja Rau: Sweet Charitys mäßiges Deutschland-Debüt. Deutsche Erstaufführung des Musicals von Neil Simon und Cy Coleman in Wiesbaden. In: Mannheimer Morgen, 9. Februar 1970.

 

 

 

Medien / Publikationen

 

Audio-Aufnahmen

  • "Sweet Charity". A New Musical Comedy, Original Broadway Cast, New York, 1966, Studio-Recording, als CD released 1999, Sony Classical SK60960. (1xCD)
  • "Sweet Charity". Original London Cast, 1967, Studio-Recording, als CD released 1994, Sony West End SMK 66172. (1xCD)
  • "Sweet Charity". Ein Musical in der Premierenbesetzung der Deutschen Erstaufführung, Hessisches Staatstheater Wiesbaden 1970, Studio-Einspielung, Decca SKL-16-643-P. (Vinyl, 1xLP).

 

Video / DVD

  • "Sweet Charity". Universal Studios, USA 1969, auf DVD released von Universal Studios 2003. (1xDVD)

 

Literatur

  • Federico Fellini: Die Nächte der Cabiria (Le notti di Cabiria). Idee und Drehbuch von Federico Fellini, Hrsg.: Christian Strich, Deutsche Übersetzung des Drehbuchs von Olga Gloor, Zürich: Diogenes 1977.

 

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Das Taxigirl Sweet Charity (Sweet Charity)". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 15. April 2021.