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Superhero

Musical


Musik von Paul Graham Brown
Buch von Anthony McCarten basierend auf dessen Roman "Death of a Superhero"
Deutsche Übersetzung von Nina Schneider

 

 

Inszenierung


Uraufführung: 16. Oktober 2014
Hessisches Staatstheater, Wiesbaden, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Frank Bangert
  • Orchestrierung: Paul Graham Brown & Stefan Wurz
  • Regie und Choreographie: Iris Limbach
  • Playbacks: Paul Graham Brown & Roman Bichler
  • Co-Choreographie: Myriam Lifka
  • Kampf-Choreographie: Jan Käfer
  • Bühnenbild: Britta Lammers
  • Comic-Artwork: Benjamin Bartenstein
  • VFX-Animation: Benjamin Geipel
  • Kostüme: Heike Korn
  • Lichtgestaltung: Steffen Hilbricht & Bernhard Zadow
  • Tongestaltung: Hannes Bittersohl & Cevin Sehrt

 

Besetzung:  

  • Donald Delpe: Marcel Herrnsdorf / David Rothe
  • Dr. Adrian King: Tim Speckhardt / Peter Emig
  • Renata Delpe: Felicitas Geipel / Katrin Gietl
  • Jim Delpe: Norman Hofmann / Sven-Helge Czichy
  • Shelly: Mariella Köhlert / Denia Gilberg
  • Jeff Delpe: Johannes Meurer / Nils Klitsch
  • Raff: Dwayne Gilbert Besier
  • Michael: Nikos Striezel
  • Angela: Mira Keller / Kathrin Pattensen
  • Sophie: Anna Heldmaier / Charlotte Katzer
  • Tutorin der Kunstklasse / Tanya: Nina Links / Constanze Kochanek
  • Miraculous Man: Nils Klitsch / Johannes Meurer
  • Nursey: Charlotte Katzer / Anna Heldmaier
  • Dr. Gummifinger: Benjamin Geipel
  • Prostituierte 1: Ilka Ludwig / Viktoria Reese
  • Prostituierte 2: Lisa Krämer
  • Prostituierte 2 (Mann) / Shellys Bruder: Alexander Chico-Bonet
  • Conrad: Sven-Helge Czichy / Alexander Chico-Bonet
  • Kellnerin / Freundin von Shelly: Fanni Hamar / Maja Dickmann
  • Dr. Sipetka: Leonie Just / Anna Eser
  • Kollegin von Adrian: Leonie Gossel / Josefine Deusch
  • Aktmodell: Leonie Just

 

 

 

 

Premierenchronik

D UA 16. Oktober 2014 Hessisches Staatstheater, Wiesbaden

 

Anmerkung: Eine Produktion des Jungen Staatsmusicals (ehemals JugendClub) des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

 

 

Inhaltsangabe


Donald hat Krebs und nicht mehr lange zu leben. So ist ihm eigentlich alles egal. Wäre da nicht sein Alter - 14 - und der Wunsch, einmal mit einer Frau zu schlafen. Doch sein durch die Krankheit verursachtes Aussehen ist dabei hinderlich. Immer öfters verliert er sich stattdessen in den Abenteuer seines Comic-Superhelden: Miraculous Man. Als letzte Hilfe ziehen Donalds Eltern den Psychologen Dr. King zu Rate, der mit dem Umgang mit Todkranken vertraut ist. Donald und King finden nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Weg zueinander, so dass der Doktor ihm sogar seinen letzten Wunsch erfüllen will und sich auf die Suche nach einer Frau für "das erste Mal" macht.

Klaus Baberg

 

 

 

Kritiken

 
"Aus dem Drehbuch mit Regieanweisungen und Angaben der Spielorte verfassten Romans in drei Akten, voller trockener Ironie sowie einer eigenwillgen Lebensphilosophie am Rande des Todes, entstand innerhalb von vier Jahren ein Musical mit 16 inhaltlich dichten Songs, dessen gelungene Übertragung ins Deutsche Nina Schneider übernahm. Musikalisch trefflich umgesetzt werden Browns vielfältige Kompositionen - druckvoller Rap, weitere rhythmische Passagen, eher zurückgenommene Balladen und unerwartet einsetztende melodische Bögen - von zehn Musikern unter Leitung von Frank Bangert am Piano und Keyboard, vereinzelt unterstützt von zuvor eingespielten Synthesizer-Beats, um bei den ausdrucksstarken Rap-Songs im Kleinen Haus mehr Druck zu erzeugen.

[...] Getrieben von der Angst, dass ihm die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt, erfindet der talentierte Comic-Zeichner Donald ein Alter Ego, einen Superhelden, der keine Angst vorm Tod hat, weil ihn nichts berühren oder dauerhaft verletzen kann, nicht einmal die Liebe: Miraculous Man. Nils Klitsch bringt ihn gesanglich und schauspielerisch stark auf die Bühne und zeigt eine akrobatische Leistung in dem von Jan Käfer beeindruckend choreographierten Comic-Kampf gegen Dr. Gummifinger (Benjamin Geipel, mit sehr stimmiger Körperlichkeit), ein Punk-Sweeney-Todd-Verschnitt, der hinter dem Helden her ist, um für sich und Nursey (präsent und mit starker Stimme: Charlotte Katzer), seine vermeintliche Komplizin in SM-Fetisch-Krankenschwesteruniform, ein Unsterblichkeitsserum herzustellen.

[...] Am Ende siegt die Liebe, wenn auch nicht über den Tod - nein, es gibt kein dem Stück nicht entsprechendes, kitschiges Happy End - doch Donald stirbt von ihr erfüllt."

Barbara Kern: Das ist doch erst der Anfang. "Superhero" uraufgeführt in Wiesbaden. In: blickpunkt musical, Ausgabe 73, 06/2014 November 2014 - Januar 2015, Seite 8-10.

 

 

"'Superhero' ist beileibe kein Familien- und schon gar kein Gute-Laune-Musical. Selbst manche 14-Jährige dürften mit der 'Jungs-Porno-Sprache' einige der (Lied-)Texte und den bizarren (Comic-)Fantasien noch ihre Schwierigkeiten haben, entsprechen sie doch eher dem Entwicklungsstand und Gedankengut 16-Jähriger. Deshalb hatte die Verfilmung schon gut daran getan, Donald gegenüber der Romanfigur ein Jahr älter zu machen. Dass McCarten und Brown, in Zusammenarbeit mit Limbarth, für die Musicalversion dieser sinnvollen Korrektur nicht gefolgt sind, ist schade, nehmen sie doch so der Geschichte von ihrer Glaubwürdigkeit.

[...] Und so verlassen wir mit einer Träne in jedem Augenwinkel das Theater: Die eine hat uns die großartige Felicitas Geipel zum Finale mit ihrem bewegenden Abschied von Donald herausgelockt, die andere ist eine Freudenträne, dass man wieder mal eine (fast) rundherum gelungene deutsche Musicalproduktion erleben durfte."

Rolf-Rüdiger Hamacher: Superhero. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 170, Dezember 2014/Januar 2015, Seite 78-79.

 

 

"Generell gebührt der Inszenierung und Choreographie von Iris Limbarth großes Lob. Sie sorgt für Tempo und Energie und holt aus den Darstellern Emotionen heraus, die nicht kitschig oder aufgesetzt wirken, Beim Finale kämpfen dann einige Darsteller sichtlich mit den Tränen – und auch der eine oder andere Zuschauer.

Besonders erwähnenswert ist das Bühnenbild und die Comic-Einspieler. Die Bühne ist eingerahmt von Straßenschluchten im Comicstil, dessen mittleres Gebäude aufgeklappt werden kann, um als Rampe oder Dach zu dienen. Die Comic-Sequenzen werden durch projizierte Animationen untermalt und fortgesetzt, die sich durch ihre Dreidimensionalität und Schärfenverlagerungen auszeichnen. 'Superhero' hat seine vom Publikum gefeierte Uraufführung erlebt, jetzt sollte es unbedingt auf anderen Bühnen nachgespielt werden."

Ingo Göllner: Superhero - Angst vorm Fliegen. In: musicalzentrale (Onlinemagazin), [https://musicalzentrale.de/index.php?service=0&subservice=2&details=6284], aufgerufen 30. Dezember 2022.

 

 

 

Medien / Publikationen

 

DVD / Video

  • "Death of a Superhero - Am Ende eines viel zu kurzen Tages". Romanverfilmung von Ian Fitzgibbon, 2011. EuroVideo. (1xDVD).

 

Literatur

  • Anthony McCarten: Superhero. Roman. Diogenes Taschenbuch, 2008.

 

 

Kommentar

 
Nicht zu verwechseln mit dem Musical "Superhero" von Tim Kitt und John Logan, uraufgeführt Off-Broadway im Februar 2019.

 

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Superhero". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 30. Dezember 2022.