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Hanf - Ein berauschender Abend

Musical


Musik und Text von Tom van Hasselt

 

 

Inszenierung


Uraufführung: 8. März 2024
Uckermärkische Bühnen, Schwedt, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Tom van Hasselt
  • Regie: André Nicke
  • Ausstattung: Anke Fischer
  • Choreografie: Sven Niemeyer

 

Besetzung:  

  • Chris Paffke / Dinosaurier: David Alonso
  • Sabine / Mary Jane: Antonia Schwingel
  • Jesko / Bauer Pfeiffer / Pflanze 1 / Mr. Dupont: Janik Oelsch
  • Meister Klein / Justina / K. Obermeier / Pflanze 2 / Harry Anslinger: Katarzyna Kluczna
  • Oma Paffke / Frau Schmidt / Pflanze 3 / Mr. Hearst: Ines Venus Heinrich
  • Stimme Erzähler / Nachrichtensprecher: Christian Hirseland

 

 

Hanf 2

David Alonso (als Dinosaurier), Ines Venus Heinrich 

© Uckermärkische Bühnen Schwedt / Foto: Udo Krause

 

 

Premierenchronik

D UA 8. März 2024 Uckermärkische Bühnen (Kleiner Saal), Schwedt

 

 

 

Inhaltsangabe


"Welch aromatisch-süßlicher Duft bahnt sich hier einen Weg durch die verlassenen Straßen der Uckermark? Ist das etwa? Das wird doch nicht? …Cannabis! Polizeimeister Kapp hat den Schuldigen schnell ermittelt: Chris Paffke. Chris ist im Dorf als passionierter Kiffer verschrien. Als sich deshalb seine Jugendliebe Sabine von ihm trennt und dem dubiosen Immobilienmakler Jesko zuwendet, befragt er ein letztes Mal die Wunderpflanze und macht die Erkenntnis: Hanf hat mehr gewinnbringende Bestandteile als nur die rauschfördernden Blüten. Also gründet Chris den ersten Hanf-Shop der Uckermark. Beistand bei seinen Unternehmungen erhält er von der polnischen Putzkraft Justina und seiner geheimnisvollen Oma, die ein verlorengeglaubtes Wissen bewahrt. Kann Chris erfolgreich sein und Sabine für sich zurückgewinnen?"

(aus: Presseinfo der Uckermärkische Bühnen, Website, März 2024)

 

 

Hanf 3

Ines Venus Heinrich, Katarzyna Kluczna, David Alonso, Antonia Schwingel

© Uckermärkische Bühnen Schwedt / Foto: Udo Krause

 

 

Kritiken

 
"Auch wenn das Stück voller Anspielungen auf die Kiffer-Szene steckt – sie bezeichnet zum Beispiel Marihuana/Gras/Hanf als Mary Jane – huldigt Tom van Hassels Musical allerdings weder dem ungehemmten, freien Konsum, noch übt es Kritik anlässlich des fundamentalen Wechsels in der deutschen Drogenpolitik, der Erwachsenen ab 1. April 2024 einen kontrollierten Umgang mit Cannabis erlaubt. Über die Bühne der Uckermärkischen Bühnen Schwedt geht vielmehr eine in der Region im Nordosten Brandenburgs spielende Musical-Komödie.

[...] Weder Autor Tom van Hasselt noch Regisseur André Nicke gelingt es, der vorhersehbaren Handlung dieser vom Tellerwäscher-zum-Hanfunternehmer-Liebesgeschichte im Cannabis-Rausch inhaltliche Substanz zu verleihen. Da können sich die fünf guten Darsteller noch so abrackern. Die ganz auf unterhaltsame Komödie zugeschnittene Inszenierung schrammt mit ihren klischeebehafteten Figuren und Mitmach-Aktionen des Publikums scharf an der Klamauk-Grenze entlang. [...] Auf der Haben-Seite des Hanf-Musicals stehen auf jeden Fall die Kompositionen und Liedtexte von Tom van Hasselt. Unter seiner musikalischen Leitung am Piano erklingt die für Bass und Schlagwerk arrangierte, abwechslungsreiche Partitur voll spitzzüngiger Worte.

[...] Seit vielen Jahren sind an den Uckermärkischen Bühnen auch Darsteller mit Musicalausbildung engagiert, sodass in musikalischen Produktionen auf Gäste weitgehend verzichtet werden und Spiel, Gesang und Tanz auf sehr hohem Niveau gezeigt werden kann. So ist es auch wieder bei ´Hanf´, bei denen alle Darsteller in mehreren Rollen auftreten und in Soli wie im Ensemble-Gesang gefordert sind."

Kai Wulfes: Hanf, Ein berauschender Abend. In: Onlineportal "musicalzentrale.de", 13. März 2024.

 

"Macht das im Hanf (Cannabis) enthaltene THC (Tetrahydrocannabiol), eine 'psychoaktive Substanz', nun eher hellsichtig oder blind, auf leichte Weise heiter oder auf verdüsterte stumpf? Je nachdem, das zeigt das Musical ´Hanf. Ein berauschender Abend´ von Tom van Hasselt, das hier an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt in der Regie von André Nicke zur Uraufführung kommt. Kein Rausch ist berechenbar, denn er reicht bis tief ins Unbewusste. Das hat er mit dem Traum gemeinsam. So spielt dieser Abend mit den Ambivalenzen, die mit Hanf seit je verbunden sind.

[...] Nach einem Höllenritt durch den musikalischen Stilmix von 'Hanf' endet der Abend folgerichtig im von Mary Jane, der Heiligen aller Kiffer, beschützten THC-Himmel und das Schöne daran ist: Man findet das plötzlich völlig normal. Der Text von 'Hanf' besitzt, nüchtern betrachtet, gehöriges Kitschpotential. Nach dem Motto eines forciert schmachtenden Songs: Mein Herz? Dein Herz? Ein Herz! Dass es dieses Potential glücklicherweise nicht entfaltet, liegt an der Spielenergie der fünf Darstellerinnen und Darsteller. André Nickes treibt sie hochtourig über jede Versuchung zur peinlichen Plattheit hinweg. Er schafft damit ironische Distanzen, die dieses Hanf-Opus rund um Chris Paffke (David Alonso) zu einer Gratwanderung aus musikalischem Kabarett und ungenierter Zuschaueranimation werden lässt. Dessen Motto: 'Hanf kanns!'.

[...] Ein Musical, wenn es gelingt, ist eben immer mehr als die Summe aus Handlung und Liederabfolge: ein Sog aus Aberwitz und Angerührt-Sein. Oder sollte man von Rausch sprechen? Das inspirierte Schwedter Ensemble verströmt an diesem Abend einen Spirit von kollektiver Selbststeigerung, den man anderswo vergeblich sucht."

Gunnar Decker: Psychodelische Reise in den Kiffer-Himmel. Tom van Hasselt: Hanf. Ein berauschender Abend. In: Die Deutsche Bühne, 9. März 2024.

 

"Stürmischer Beifall, Jubel, Pfiffe, Füße trampeln – so wünscht sich ein Theater den Schlussapplaus. 'Hanf' hat ihn bekommen: An den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (UBS) hat die Uraufführung des Musicals 'Hanf. Ein berauschender Abend' das Publikum mitgerissen. Das ist einer überzeugenden Ensembleleistung der fünf Schauspieler zu danken, die in 15 verschiedene Rollen schlüpfen. 

In der Regie von Intendant André Nicke machten sie von Anfang an Dampf und zogen das Publikum hinein in die Geschehnisse eines Dorfes in der Uckermark. Es wird zum Theaterschauplatz für die berauschenden Seiten des Lebens: Lustig, traurig, voller Intrigen, Eifersuchtsdramen und merkwürdiger Typen. Über allem liegt ein aromatisch-süßlicher Duft. Cannabis?

[...] Die temporeichen Choreografien von Sven Niemeyer, die die Songs begleiten, sorgen für Szenenapplaus. Das Bühnenbild von Anke Fischer zeigt mal eine verwunschene Dorfstraße, mal ein Feld, auf dem der Hanf zum Himmel wächst. 'Hanf' ist ein Fest für die Sinne und für ein befreiendes Lachen über uns selbst. Berauschend, wie das gelungen ist. Dieses Musical hat das Zeug, zum Hit der Spielzeit zu werden."

Eva-Martina Weyer: Zuschauer feiern Premiere des "Hanf"-Musicals. In: Nordkurier (Schwedt), 9. März 2024.

 

 

Hanf 1

Antonia Schwingel, Ines Venus Heinrich, Katarzyna Kluczna

© Uckermärkische Bühnen Schwedt / Foto: Udo Krause

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Hanf. Ein berauschender Abend". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 22. April 2024.