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Die hellgelben Handschuhe

Swing und Liebe in drei Akten


Musik, Buch und Liedtexte von Willi Kollo 

 


Inszenierung


Uraufführung: 12. Juli 1949
Komödie, Lübeck, Bundesrepublik Deutschland
 

  • Regie: Hans Grewolls
  • Musikalische Leitung: Ernst Günther Stoffers


Besetzung:

  • Bettina: Liselotte Neal
  • Christian: Hans Dieter Schwarze
  • Lilian: Gretl Grammerstorff
  • Holger: Axel Findeisen

 

 

Premierenchronik

D UA 12. Juli 1949 Komödie, Lübeck

 

 

Inhaltsangabe


Bei "Die hellgelben Handschuhe" handelt es sich um ein Vier-Personen-Stück, ein Verwechslungsspiel zwischen zwei Paaren. Der Grundimpuls für die einsetzende Handlung ist dem Zufall geschuldet: Bettina, die mit Christian verlobt ist, und Lilian, ihre Freundin, kennen sich aus Schultagen. Lilian verabredet mit Bettina, ihren künftigen Bräutigam prüfen zu wollen, ob ihn seine Liebe tatsächlich gegnüber allen anderen weiblichen Avancen immun mache. Bettina glaubt an Christian, insofern gibt sie ihr Einverständnis zu dem Plan. Als die beiden Frauen ihre Verabredung aber am Telefon besprechen, lauscht heimlich (unabsichtlich) jemand mit, Holger, der nun beschließt, bei Christian vorbeizuschauen. Prompt trifft er auf Lilian, auf sie allein, die Holger für Christian hält und ihm umzirzt. Holger wiederum klärt die Verwechslung nicht auf und hinterlässt zudem beim Verlassen der Wohnung die besagten Handschuhe - was dann zu den genreüblichen Verwicklungen, Missverständnissen und eifersüchtigen Verdächtigungen führt, in deren Zuge die Verlobung aufgelöst wird, Holger die Wohnung von Christian anmietet, Lilian und Holger sich ineinander verlieben und am Schluss alles wieder gütlich zusammenfindet. Die feurige Lilian ist von Holger gezähmt worden, und die treue Bettina erweist sich als handfeste Kameradin für ihren Christian.

(Wolfgang Jansen, 2020)

 

 

Kritiken


"In der ´Komödie´ gab es bei der Uraufführung von Willi Kollos ´Hellgelben Handschuhen´ allerhand Schmunzeln und Lachen, und zum Schluß herzlichen Beifall und viele Vorhänge. Und wenn der Schein nicht trügt, werden sich noch manche Besucherinnen in diesen sommerlichen Wochen gern ´Guten Abend, schöne Frau...´ (das ist einer der netten Schlager) vorsingen lassen. [...]

Im Mittelpunkt zwei Paare, die nach den üblichen Verwicklungen und allerlei Hin und Her wieder zueinander finden. Es ist nicht so sehr die Situationskomik, die ergötzt und erheitert, als vielmehr eine Menge amüsanter Bonmots und Apercus, die ein gewisses Niveau und literarisches Verständnis voraussetzen. Shakespeare wird viel bemüht und ihm sogar in einem Schlager vorgeworfen, daß er ´sich das nicht genügend überlegt hat´. Musikalisch ist Swing die Losung. Er wirkt - geschickt instrumentiert - jedoch nie aufdringlich oder derb; er verschmilzt mit Tangorhythmen und English Waltz. Bei allem Schwung zeigt er auch lyrische, oft außerordentlich reizvolle Stellen, die im Ohr haften und eine sehr persönliche Handschrift verraten." 

L.D.-M.: Sommerliche Uraufführung, "Komödie" spielt Operette - "Die hellgelben Handschuhe" von Willi Kollo. In: Lübecker Nachrichten, Nr. 81, 14. Juli 1949.

 

"Die Handlung wird durch einen Verwechslungs- und Mißverständnisprozeß zwischen vier Personen bestimmt. Sie ist mit elf Chansons, mit mehreren Duetten und vielen Tanzeinlagen ausgeschmückt. Als wohl zugkräftigste Melodie erwies sich ein Foxtrott, der zwischen Swing und Boogi-Woogie variiert wurde: ´Dir könnt´ ich treu sein, / Das wär´ eine Kleinigkeit - / Dir könnt ich treu sein / Gleich für eine Ewigkeit.´

Die Dialoge zeigen energisches Bemühen um Spritzigkeit, und das literarische Zitat wird in einem Maße frequentiert, daß über das eigentliche geistige Niveau von Operettenlibrettisten kein Zweifel mehr bestehen dürfte."

lfp.: "Die hellgelben Handschuhe", Operetten-Uraufführung in der Komödie. In: Lübecker Freie Presse, Nr. 81, 14. Juli 1949

 

"Die Lübecker ´Komödie´ brachte die ´Hellgelben Handschuhe´ mit dem attraktiven Untertitel ´Swing und Liebe in drei Akten von Willi Kollo´ heraus. [...] [Die Musik] ist einfallsreich, und wenn auch Swing die Losung ist, so wird das in der Instrumentierung Kollos nie aufdringlich, zumal ihn Tango-Rhythmus und Englischer Walzer unterbrechen oder ablösen; mitunter kann er sogar zart und lyrisch sein. Die Schlager zünden und haften im Ohr. Das Stück selbst ist amüsant und witzig.

Die Aufführung in der ´Komödie´ (Spielleitung Hans Grewolls) glitt zum Schaden des Stückes zu sehr ins Schwankhafte, Burleske ab und erschöpfte nicht alle Möglichkeiten des liebenswürdigen Textes."

D-M: "Hellgelbe Handschuhe". In: Die Welt, 16. Juli 1949.

 

 

Medien / Publikationen

 

Literatur

  • Wolfgang Jansen: Willi Kollo, Autor und Komponist für Operette, Revue, Kabarett, Film und Fernsehen, 1904-1988. Populäre Kultur und Musik, Band 28, Münster u.a.: Waxmann 2020.

 

 

Kommentar


Ein Programmheft zur Premiere liegt bislang nicht vor, so dass die Angaben zum Inszenierungsteam und zur  Rollenbesetzung den Rezensionen entnommen wurden. Sobald das entsprechende Programmheft vorliegt, werden die Angaben überprüft, gegebenenfalls korrigiert und vervollständigt.

 

 

Empfohlene Zitierweise


"Die hellgelben Handschuhe". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 22. März 2020.