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Freier Wind (Vol'nyy veter)

Operette in drei Akten


Musik von Isaak Dunayevsky
Text von Viktor Winnikow / Vladimir Kracht / Victor Tipot 
Deutsche Übersetzung von Alice Wagner / Dr. Heinrich Möller

 

 

Inszenierung


Deutschsprachige Erstaufführung: 23. April 1953 
Volkstheater, Rostock, DDR

  • Musikalische Leitung: Wenzel Preis
  • Regie: Richard Stamm
  • Bühnenbild: Rudi Lisske
  • Choreographie: Inka Unverzagt

 

Besetzung (z. T. ohne Rollenbezeichnung):  

  • Janko, Matrose: Richard Stamm
  • Stella, Klementinas Tochter und Jankos Freundin: Eleonore Maria Koch
  • Klementina Maritsch, Seemannswitwe: Gerda Lüders
  • Cäsar Gall, ein alter Schauspieler: Johannes Zech
  • Philipp und Thomas, Matrosen: Paul Henkels / Kurt Böttger
  • Mickey, Nefffe des Reedereiverwalters: Heinz Schickel
  • Regina, Mickeys Braut: Inge Rietschel

 

  • Anneliese Rapp
  • Eva Maria Schwarz
  • Eugen Delp
  • Herbert Tietze
  • Alfred Gülzow
  • Otto Blumenthal
  • Willy Schmitz
  • Wilhelm Brunner
  • Martin Ernst
  • Harry Steinbeck
  • Alfred Grieger
  • Hansjürgen Delp

 

 

 

Premierenchronik

UdSSR UA 29. August 1949 Operettentheater, Moskau
DDR Dspr. EA 23. April 1953 Volkstheater, Rostock

 

Anmerkung: Gleichzeitig zur Rostocker Inszenierung gab es eine Erstaufführung in Nordhausen.

 

 

Inhaltsangabe


"Die arme Partisanenwitwe Klementina lebt mit ihrer Tochter Stella in einer Hafenstadt am Mittelmeer. Klementina weiß nicht mehr, wie sie die Miete für ihre Häuschen aufbringen soll. Daher ist sie hocherfreut, als der reiche Reedereiverwalter Stan um Stellas Hand bittet. Diese ist jedoch an Stan nicht interessiert, denn sie liebt den Matrosen Janko.
In der Kneipe „Zum siebenten Himmel“ bereitet man ein Abschiedsfest für die Matrosen vor, die in Kürze auf große Fahrt gehen werden. Während Matrosen zugunsten der notleidenden Klementina eine Sammlung veranstalten, sprechen alle vom Partisanen Stefan, der allgemein als Volksheld gefeiert wird – von der Polizei wird er allerdings als Verbrecher gesucht. Stella und Janko feiern Verlobung, und der junge Matrose gibt sich seiner Braut als der gesuchte Partisan zu erkennen. Stan, der Jankos wahre Identität in Erfahrung gebracht hat, erpresst Stella: Entweder sie heiratet ihn, oder er verrät der Polizei Jankos Geheimnis. Um ihren Janko zu schützen, ist Stella bereit, den verhassten Stan zu heiraten. Mickey, Stans Neffe, ist über die Machenschaften seines Onkels empört und legt bei der Polizei Beweise vor, wonach Stan mit den Faschisten kollaboriert. Beim Versuch, sich an Mickey zu rächen, wird Stan von Polizisten verhaftet. Derweil verkündet der glücklich mit Stella wiedervereinte Janko den Matrosen, dass ihre Schiffe Waffen geladen haben, mit denen Aufstände in den Kolonien niedergeschlagen werden sollen. Trotz ihrer Armut und Not erklären sich die Matrosen mit den Aufständischen der Kolonien solidarisch und weigern sich, die Schiffe auslaufen
zu lassen."

Stückinformation der Sikorski Musikverlage, Hamburg

 

 

 

Kritiken

 
"Das Libretto birgt trotz seines ernsten, zeitnahen Themas alles das in sich, was der Besucher von einem musikalischen Lustspiel erwartet: Liebe, Humor und Tanz in sprühender Lebensfreude. Die gediegen gearbeitete Musik gibt dem Orchester die Möglichkeit zu ausdrucksreicher Klangentfaltung und verlangt schöne große Stimmen und einen disziplinierten Chor, um den vielen mitreißenden Gesangsnummern und ausgedehnten Chorsätzen gerecht zu werden.

Die Besetzung fast aller wichtigen Partien mit Opernkräften war deshalb voll gerechtfertigt, zumal die Inszenierung durch Operndirektor Richard Stamm, der selbst die Hauptrolle wohl etwas zu vornehm im Aussehen gab, prächtig gelang.Die sauber musikalische Wiedergabe durch Wenzel Preis, die vielseitig tänzerische Ausstattung durch Inka Unverzagt, sowie die treffenden Bühnenbilder und Kostümausstattung trugen das ihre dazu bei, diesem Werk zu einem stürmischen Erfolg zu verhelfen."

Curt Beck: 'Freier Wind' von Dunajewski. In: Neue Zeit, Tageszeitung der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, Nr. 117, 22. Mai 1953, Seite 4.

 

"Ausgezeichnet haben es die Librettisten verstanden, dieses Thema in eine echte und spannende Handlung umzusetzen. Bei allem Ernst doch so locker, heiter und optimistisch, daß es immer die Leichtigkeit behält, die für die Operette Voraussetzung ist. Es sind eben Menschen, die zugleich zu kämpfen und zu lachen verstehen. Diese Leichtigkeit liegt nicht im Inhalt oder gar in der oberflächlichen Behandlung des Inhalts, sondern in der Form. Wie hier ein politisch so wichtiges Thema heiter gestaltet wird, kann beispielhaft für unser dramatisches Schaffen sein, das leider so oft über die Klippen des tierischen Ernstes stolpert.

[...] Entscheidend für den Erfolg dieser Operette ist vor allem die Musik Isaak Dunajewskijs. Dieser Meister der leichten Musik ist bei uns schon lange kein Unbekannter mehr. Sein Einfallsreichtum an Melodien und Harmonien besticht in diesem Werk aufs neue. Jede seiner Nummern und seine Ensembles zünden und versetzen den Hörer augenblicklich in heitere, lebensfrohe und beschwingte Stimmung. [...] Alles in allem: eine ausgezeichnete Operette in einer anerkennungswerten Aufführung."

Kurt Günther: Frei Windvon Isaak Dunajewskij. In: Theater der Zeit, Heft 6, Juni 1953, Sete 58-60.

 

 

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • "Freier Wind". Operettenquerschnitt mit Solisten, Chor und Orchester des Senders Leipzig, 1960. Amiga 540126 (1xEP)
  • "Freier Wind". Operettenquerschnitt mit Solisten, Chor und Orchester des Senders Leipzig, 1960; zusammen mit Eberhard Schmidt "Bolero" und Hans H. Wehding "Der goldene Pavillon". Hamburger Archiv für Gesangskunst 30268. (1xCD).

 

 

 

Kommentar

 
Das Premieren-Programmheft liegt bislang nicht vor. Die Namen der beteiligten Künstler wurden der zeitgenössischen Presse entnommen. Sobald der Besetzungseinleger vorliegt, werden die Angaben verglichen und ergänzt.

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Freier Wind (Vol'nyy veter)". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 30. Sepetmber 2021.