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Frankenstein

Musical 


Musik von Stephan Kanyar
Texte von Michael Seyfried
Nach dem Roman von Mary Shelley

 

 

Inszenierung


Uraufführung: 19. Dezember 2004 
Theater, Ingolstadt, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Walter Kiesbauer
  • Regie: Pierre Wyss
  • Bühne: Johannes Conen
  • Kostüme: Claudia Helling
  • Choreographie: Hugo Vieira

 

Besetzung:  

  • Victor Frankenstein: Peter Reisser
  • Die Kreatur: Randy Diamond
  • Elisabeth: Chris Nonnast
  • Henry: Aurel Bereuter
  • Victors Vater: Dietrich Schulz
  • Willi Frankenstein: Andreas Marton / Matthias Thummet
  • Die Todesmutter: Gesine Lübke
  • Stimme der Todesmutter: Ulrike Deschler
  • Tänzer: Patricia Böhm, Daniel Cimpean, Bettina Fritsche, Ferdinand Holeva, Alexandra Kunz, Peter McCoy, Morasso, Nicole Souzzo, Alexandra Trunk, Jochen Vogel
  • Chor: Maximiliane Bauer, Raimund Burgmeier, Jens Clauer, Elisabeth Hagen, Burkhard Heberlein, Daniela Lindemann, Udo Rauer, Daniela Schranz, Bettina Seeberger, Klaus Staudacher, Heidi Worinert

 

 

 

Premierenchronik

D UA 19. Dezember 2004 Theater, Ingolstadt

 

 

 

Inhaltsangabe


"Die Handlung folgt weitgehend der berühmten Romanvorlage: Der junge Wissenschaftler Victor Frankenstein ist besessen von der Idee, künstliches Leben zu schaffen. Bei den Professoren und Gelehrten der Ingolstädter Universität erntet Frankenstein für seine Pläne nur Hohn und Unverständnis; dennoch gelingt es Frankenstein schließlich, ein neues Wesen aus verschiedenen Leichenteilen zum Leben zu erwecken. Frankensteins Kreatur ist jedoch kein neuer Mensch, sondern ein Monster, ein Ungeheuer, das der Führung seines Schöpfers rasch entgleitet. Victor Frankenstein flieht vor seinem eigenen Geschöpf zu seiner Verlobten Elisabeth und seiner Familie an den Genfer See, doch das Monster, von der Umwelt verstoßen und gedemütigt, folgt seinem Schöpfer nach. Da sich Frankenstein nun weigert, dem Monster eine Gefährtin zu erschaffen, nimmt die Katastrophe ihren Lauf..."

(Homepage des Theaters Ingolstadt [https://theater.ingolstadt.de/spielplan/show/?ID_stueck=414, aufgerufen am 3. August 2021])

 

 

 

Kritiken

 
"Wyss gelang eine Poduktion von außergewöhnlicher künstlerischer Qualität, die noch dazu sehr erfolgreich ist. Die Premiere im Dezember wurde frenetisch gefeiert. Kritiker und Publikum sind gleichermaßen zu Recht verzückt von diesem pulsierend-melodramatischen Musical mit seinen eindrucksvoll choreografierten Tanzszenen, den opulenten Videoprojektionen und vor allem den beiden stimmgewaltigen und auch darstellerisch überzeugegenden Hauptdarstellern: Peter Reisser (Frankenstein) und Randy Diamond (Monster), Held und Antiheld, Schöpfer und Geschöpf."

Uwe Ritzer: Frankensteins Monster - ein Ingolstädter. In der Donaustadt erzählt erstmals ein Musical, wie der Doktor einst seine Kreatur zum Leben erweckte. In: Süddeutsche Zeitung, 7. März 2005.

 

"Seit Sonntag besitzt dieser Schauplatz der Weltliteratur auch ein ´Frankenstein´-Musical, in dem der Name der Stadt öfters vorkommt, als im Roman. Da lachten die Lokalpatrioten im Stadttheater. Komponiert wurde es von Stephan Kanyar, dem langjährigen Schauspielmusikchef des Theaters. Ihm glückte ein Musical, das sich vor der internationalen Konfektionsware überhaupt nicht zu verstecken braucht. Horror funktioniert auf der Bühne kaum mehr. Das kann die Schnitt-Technik des Kinos besser. Die Ingolstädter Aufführung umschifft diese Klippe durch eine hart an Shelleys Roman erzählte Geschichte. Der Text von Schauspieler Michael Seyfried rückt Victor Frankenstein ins Zentrum, der von der Rache des Monsters verfolgt wird.

[...] Die Aufführung zeigt, was ein kleines Stadttheater leisten kann, wenn es seine künstlerischen Reserven mobilisiert. Der Beifall war zu Recht monströs."

Robert Braunmüller: Monster von Ingolstadt. Höchst gelungen: "Frankenstein" als Musical am Originalschauplatz. In: Abendzeitung München, 21. Dezember 2004.

 

"Es gab Zeiten, da hätte es manche Kommune rundweg abgelehnt, mit einer solch bluttriefenden Story imageträchtig hausieren zu gehen. Aber die Zeiten haben sich gewandelt, und das ist gut so. Deshalb macht es viel Sinn und noch mehr Spaß, dass sich das Ingolstädter Theater an Mary Shelleys mythengründenden ´Frankenstein´-Debütroman erinnerte und daraus ein tempogeladenes Musical strickte. Immerhin spielen elf der 24 Kapitel in der ehemaligen Bayern-Metropole...[...]

Regisseur Pierre Wyss kommt vom Film und vom Tanz. Und das zahlte sich aus. Perfekt choreografierte Massenszenen in konzentriertem Rokoko-Design, eine schnell wandelbare Bühnenlandschaft zwischen OP-Zone, Freitreppen und Projektionskulissen schaffen Abwechslung und neue Perspektiven. Natürlich spritzt das Blut, natürlich gibt es zischende Funkenparaden, aber nie übertrieben, sondern mit heiter-ironischer Distanz.

Ein Hingucker, der alle Ehren wert ist. Und eine Musik, die augenzwinkernd, auch schon mal die ´schöne blaue Donau´ im Ballett der Höllengeister zitiert."

Jens Voskamp: Das Grusel-Geschöpf jagt seinen Schöpfer. Ingolstadt erinnerte sich eines Studenten, der nie da war: "Frankenstein"-Musical uraufgeführt. In: Nürnberger Nachrichten, 21. Dezember 2004.

 

 

 

Medien / Publikationen

 

 Literatur

  • Mary Shelley: Frankenstein oder Der moderne Prometeus. Übersetzt von Ursula und Christian Grawe; mit Anmerkungen und einem Nachwort von Christian Grawe. Reclam.

 

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Frankenstein". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 3. August 2021.