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Frankenstein

Musical 


Musik von Udo Becker
Texte von Reinhardt Friese
Nach dem Roman von Mary W. Shelley

 

 

Inszenierung


Uraufführung: 8. Oktober 2005 
Stadtheater, Wilhelmshaven, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Udo Becker
  • Regie: Reinhardt Friese
  • Ausstattung: Herbert Bucksmiller

 

Besetzung:  

  • Viktor Frankenstein, Student der Medizin in Ingolstadt: Dominique Bals
  • Elisabeth Lavenza, seine Verlobte: Nadine V. Bohse
  • Henry Clerval, sein Freund: Marco Stickel
  • Alphonse Frankenstein, sein Vater: Holger Teßmann
  • Justine Moritz, Kindermädchen: Dagmar Jesussek
  • Ein Inspektor: Friedrich Scheler
  • Sophie de Lacey, eine Prostituierte: Dagmar Jesussek
  • Ein Priester: Roland Wolf
  • James Saville, Steuermann der "Mary Warren": Friedrich Scheler
  • Richard Walton, Kapitän der "Mary Warren": Roland Wolf
  • Die Kreatur: Stefan Ostertag
  • Matrosen: Michael Mollenhauer, Holger Teßmann, Marco Stickel, Thomas van Allen
  • Bediensteter: Michael Mollenhauer
  • Trauergemeinde: Ensemble

 

 

 

 Premierenchronik

D UA 8. Oktober 2005 Stadttheater, Wilhelmshaven

 

 

 

Inhaltsangabe


"Er will den Tod besiegen und neues Leben erschaffen! Für diesen Traum brennt der ehrgeizige junge Wissenschaftler Viktor Frankenstein. Dafür zieht er sich ganz in sein Labor zurück und sucht fieberhaft nach dem Geheimnis, das Gott so eifersüchtig hütet! Dabei überschreitet er die Grenzen von Wissenschaft und Moral. Tagsüber forscht er, nachts plündert er Friedhöfe und stiehlt die Leichen der Gehenkten.

Schließlich gelingt sein großes Experiment! Aus totem Fleisch erschafft er eine lebendige Kreatur. Doch das neue Leben beginnt mit Tod und Gewalt. Frankensteins Geschöpf gerät außer Kontrolle und begehrt gegen seinen Schöpfer auf. Frankenstein verweigert die geforderte Liebe und Anerkennung. Mit unerbittlichem Hass verfolgt er die von ihm geschaffene Kreatur bis ins ewige Eis."

(Homepage www.musicalzentrale.de, aufgerufen am 3. August 2021)

 

 

 

Kritiken

 
"Regisseur Reinhardt Friese ist zugleich der Autor der Bühnenfassung. Er hat eine inhaltlich packende Diskussion um die ethischen Grenzen menschlichen Handelns gesponnen, die spannender kaum sein könnte.

[...] Zumeist knapp gehaltene Dialoge mit mächtigen, nachhallenden Szenenschlüssen, gezielt eingesetzte Momente charmanten Humors und die fast kabinettsstückartige Konzentration auf das private Umfeld Frankensteins sind hervorzuheben. Nur am Ende bleibt Friese der Romanvorlage zu treu. Das abrupt eingeläutete Finale im ewigen Eis wirkt mit rieselndem Kunstschnee wie eine unfreiwillig komische Reminiszenz an Polanskis ´Tanz der Vampire´.

In Würdigung des Originals entschied sich der Autor wohl auch für leider selten gereimte englische Songtexte. Höhepunkte sind das Liebeslied ´Life is a garden of roses´ und Frankensteins mitreißender dunkler Song ´Doomsday´. Leider werden sie überwiegend in ausdrucksarmem Schulenglisch gesungen und sind durch die Funkmikrofone schwer zu verstehen."

[ohne Autorennennung]: Experiment außer Kontrolle. Uraufführung „Frankenstein“ als spannendes Musical in der Landesbühne Nord. In: Nordwest Zeitung online, 10. Oktober 2005 [aufgerufen am 3. August 2021].

 

"Herausgekommen ist dabei kein durchkomponiertes Orchesterstück, sondern eher ein Schauspiel mit Musikeinlagen. Diese werden von einer achtköpfigen Live-Band gespielt. Dazwischen gibt es stets recht lange, solide gearbeitete Sprechpassagen des zehnköpfigen Ensembles. Autor Reinhardt Friese, der zugleich die Regie übernahm, erweist sich dabei als geschickter Theater-Praktiker. Er setzt nicht auf Blut und Effekte, sondern legt das Stück als Kammerspiel an. Im Mittelpunkt stehen die Gefühle der Protagonisten - und daraus entwickelt das Musical eine ungeheure Spannung.

[...] Das Orchester spielt sauber und stimmig. Das kann sich hören lassen. Und doch wollen die beiden Elemente einfach nicht zusammenpassen. Es gibt einen merklichen Bruch in diesem Musical. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Verantwortlichen aus irgendeinem Grund entschieden haben, die Singtexte in Englisch abzufassen. [...] Außerdem lässt die Partitur vieles vermissen, was für ein Musical existenziell wäre. [...] Es macht den Eindruck, als habe hier auf Teufel komm raus ein Musikstück entstehen sollen. Vielleicht, weil sich eben alles besser verkaufen lässt, was den Stempel ´Musical´ trägt. Schade."

Thomas Achenbach: Frankenstein. Irgendwie zusammengenäht. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 116, Dezember 2005/Januar 2006, Seite 16-17.

 

 

 

Medien / Publikationen

 

 Literatur

  • Mary Shelley: Frankenstein oder Der moderne Prometeus. Übersetzt von Ursula und Christian Grawe; mit Anmerkungen und einem Nachwort von Christian Grawe. Reclam.

 

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Frankenstein". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 3. August 2021.