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La Cage aux Folles (Ein Käfig voller Narren)

Musical in zwei Akten


Musik und Gesangstexte von Jerry Herman
Buch von Harvey Fierstein nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Jean Poiret  
Deutsch von Erika Gesell und Christian Severin  

 


Inszenierung


Deutschsprachige Erstaufführung: 23. Oktober 1985
Theater des Westens, Berlin, Bundesrepublik Deutschland
 

  • Regie: Helmut Baumann, Jürg Burth
  • Musikalische Leitung: Rolf Kühn
  • Choreographie: Helmut Baumann, Jürg Burth
  • Bühnenbild: Manfred Dittrich
  • Lichtgestaltung: Markus Miesch
  • Kostüme: Uta Loher
  • Choreinstudierung und Dirigent: Ludwig de Ridder


Besetzung:

  • Albin / Zaza: Helmut Baumann
  • Georges: Günter König
  • Jean-Michel: Steve Barton / Cusch Jung
  • Jacqueline: Beate Hasenau
  • Edouard Dindon: Robert Dietl
  • Mme. Dindon: Monica Solem
  • Anne Dindon: Sylvia Wintergrün / Denny Berry
  • Francis: Martin Pichler
  • Jacob: Eric Lee Johnson

 

Les Cagelles:

  • Chantal: F. Dion Davis
  • Phädra: Luiz Nascimento / Jeffry Judson
  • Mercedes: Lauren Eager
  • Hanna von Hamburg: Albert van Nierop
  • Derma: Calvann Cole
  • Alexandra: Judy Pyanowski
  • Lo Singh: Timothy Golliher
  • Loreley: Sabine Streit
  • Nicole: John Scott
  • Alice: Julia Timmons
  • Monique:Ulrich Pollack
  • Lola: Ina Retzbach
  • Bitelle: Joao Dumont
  • Odette: Pascale Camele
  • Clo-Clo: Janet Calvert

 

  • Tarzan: Per Mørkberg
  • Mme. Renaud: Renate Pavlicek / Ute Gabriel
  • M. Renaud: Günter Gützaff / Ulrich Kilian
  • Leute von St. Tropez: Damen und Herren des Chores des Theater des Westens

 

 

Premierenchronik

USA UA 21. August 1983 Palace Theatre, New York
D Dspr. EA 23. Oktober 1985 Theater des Westens, Berlin
GB EA 21. Mai 1986 Palladium Theatre, London
CH EA 19. Dezember 1987 Opernhaus, Zürich
A EA 3. August 1989 Johann-Pölz-Halle, Amstetten (Musicalsommer)

 

 

Inhaltsangabe


"1. Akt

Das Cabaret: Wir befinden uns im legendären Côte d'Azur-Nightclub ´La Cage aux Folles´. Georges, der Besitzer des Etablissements, annonciert als Moderator seine Paradiesvögel: Die Cagelles. Sie bekennen sich zu ihrem Doppelleben voll Straß und Flitter: (Wir sind, was wir sind).

Das Appartment: Hier leben, in erlesenen Kostbarkeiten, die beiden - bürgerlich gesehen: unmännlichen - Herren Georges und Albin, hinter den Kulissen ihres gemeinsamen ´Narrenkäfigs´ zusammen. Gemeinsam seit 2 Jahrzehnten schon etwas grau geworden, sind sie ein eingespieltes, kampferprobtes Ehepaar. Wir erleben eines ihrer obligatorischen Kampfrituale. Die verbale Zimmerschlacht ist in vollem Gange. Georges beschwört Albin endlich zum Auftritt auf die Bühne zu kommen. Albin ziert sich zickig. Er ist mißtrauisch und fühlt sich von Georges vernachlässigt. Albin, verunsichert und deprimiert, fummelt sich für die Show an, und gewinnt so Lidstrich für Lidstrich sein Selbstbewußtsein zurück: Albin wird weggeschmint - Zaza entsteht: (Mascara).

Jean-Michel, Georges Sohn, ein Lapsus seiner Jugendzeit, eröffnet dem konsternierten Papa, er wolle heiraten - zudem die Tochter eines verbissen fanatischen Kämpfers für Sitte und Moral. (Mit dir im Arm)

Die Schwiegereltern in spe wollen Jean-Michels Familie kennenlernen. Wohin aber mit der schrillen, extravaganten ´Mama´ Zaza? Georges versucht Albin vorsichtig beizubringen, daß er Jean-Michels wirkliche Mutter eingeladen hätte, aber nicht, daß Albin verschwinden müsse. Georges ist zu feige  und erklärt Albin nur seine Liebe.

Der Nightclub: Der Narrenkäfig knistert in Vorfreude: Der Kleine heiratet. Der hat, praktisch, nicht lange gefackelt, und einen Möbelwagen bestellt, um Pappas effiminiertes Boudoir angemessen zu versachlichen. Auf der Bühne öffnet währenddessen die ahnungslose Zaza ihrem erwartungsvollen Publikum die Augen: (La Cage aux Folles).

Hinterbühne / Bühne: Die Bombe platzt: Zwischen den Auftritten kommt Zaza in die Wohnung, wo die Entrümpelung in vollem Gange ist. Die Vertuschungen sind nicht länger aufrechtzuhalten: Albin soll verschwinden. Tief verletzt, aber ganz Profi, geht Zaza wieder auf die Bühne: (Ich bin, was ich bin).

2. Akt

In einem Café: Georges versucht, etwas verspätet, seinem Lover einige liebgewordenen Eigenheiten abzuschminken - Albin soll als ´Onkel Albert´ vorgestellt werden: (Männliche Lektion).

Die Wohnung: Premierenstimmung. Die Kulisse für das Heile-Welt-Stück ´family´ sind fertig. in letzter Sekunde läßt sie Jean-Michels Mutter im Stich. Dafür erscheinen Anne samt Eltern überpünktlich. Zu aller Überraschung taucht urplötzlich die angeblich unabkömmliche Mutter auf: Es ist Albin! Sie nimmt, ganz Dame des Hauses, alles beherzt in ihre zarten Hände und schleppt die Gesellschaft zu Chez Jacqueline. Hier, bei Jacqueline, einer früheren Show-Kollegin läßt sich Albin dazu animieren, etwas zum Besten zu geben und stimmt ein mitsing-trächtiges Volkslied an. Im Reflex reißt er sich zum Schluß die Perücke vom Kopf. Den Dindons fallen die Schuppen von den Augen.

Die Wohnung: Das enervierte Politikerehepaar will schleunigst den Sündenpfuhl verlassen. Die couragierte Tochter aber bekennt sich zu ihrem Verlobten. Auch Jean-Michel stellt sich vor seine ´Familie´. Um den Skandal weiter zu schüren, hat Jacqueline die gesamte Presse mobilisiert. Damit ist den Dindons der Rückzug verwehrt. Es bleibt ihnen nur, das tolle Spiel mitzuspielen: die Vorurteile überwinden, rein ins Kleid und ab ins FINALE." 

(aus dem Programmheft zur deutschsprachigen Erstaufführung)

 

 

Kritiken

 

"Glitter und Flitter hat man in Berlin auf ein Mindestmaß reduziert, ganz bewußt gibt es keine überladene Transvestitenrevue zu sehen. Der Regisseur Baumann hat eine Komödie inszeniert, in der aber die Menschen mit ihren Gefühlen bei aller Schminke sichtbar bleiben. Und wenn Herr Baumann ´Ich bin, wie ich bin´ interpretiert, da lacht dann keiner mehr. Da ist es ganz still im Theater und ein jeder kann mit Albin fühlen. Keine schrille Tunte steht da auf der Bühne, sondern einfach ein Mensch. Neben dem virtuosen Helmut Baumann zu bestehen ist kein Leichtes. Aber Berlin hat auch für die weiteren Rollen vortreffliche Besetzungen... [...] Daß Jerry Hermans Melodien flott und schwungvoll ins Ohr gehen, dafür sorgt Rolf Kühn mit dem ausgezeichnet spielenden Orchester."

Gerhard Knopf: A Star is born - "La Cage aux Folles" im Theater des Westens in Berlin. In: Das Musical, Heft 1, Oktober 1986, Seite 24.

 

 

Medien / Publikationen

 

Audio-Aufnahmen

  • OBC 1983 RCA RCD 786354824
  • OC Berlin 1985 Polydor 829 6462

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"La Cage aux Folles" ("Ein Käfig voller Narren"). In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 25. Dezember 2019.