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Aphrodite und der sexische Krieg

Musical 


Musik von Gerhard Kneifel 
Textbuch von Jutta Eberhardt-Leister, nach Aristophanes
Songtexte von Wolfgang Tilgner 

 


Inszenierung


Uraufführung: 8. Mai 1986
Musikalische Komödie Leipzig, DDR
 

  • Musikalische Leitung: Roland Seiffarth
  • Regie: Erwin Winter / Klaus Leister
  • Bühnenbild und Kostüme: Bernd Leistner
  • Chöre: Armin Oeser
  • Choreographie: Monika Geppert


Besetzung:

Athener:

  • Lysistrate: Maja Rosewith-Riemer
  • Agathan, ihr Mann, Feldherr von Athen: Hans-Gottfried Henkel
  • Myrrhine: Angela Mehling-Hochmuth
  • Kinesias, ihr Mann, junger Krieger: Mario Dehne
  • Aspasio, Hebamme: Sylvia Arndt
  • Melissa, Besitzerin des Freudenhauses: Barbara Wienhold
  • Kalonike: Margarete Junghans
  • Tantalos, ihr Mann, junger Krieger: Bernd Baumann
  • Nikodike, Hetäre: Erika Klossek
  • Krytilla, Hetäre: Constanze Mädler
  • Eine Hetäre: Irmgard Kunert
  • Schwangere: Sigrid Rebitschek
  • 1. Athenerin: Ursula Reinhardt
  • Ratsherr, Machthaber in Athen: Walter Reimsbach
  • Paranoias: Hans-Peter Eichhorn
  • Kleon, Bewacher der Akropolis: Wolfgang Günther
  • Lauros, Bewacher der Akropolis: Peter Vorwerg
  • Alte und junge Krieger: Chor und Ballett der Musikalischen Komödie


Korinther:

  • Korinna: Constanze Mädler
  • Korintherinnen: Chor und Ballett der Musikalischen Komödie
  • Gesandter: Adolf Scheffler


Boiotier:

  • Philine: Ilha Kürten
  • Boiotierinnen: Chor und Ballett der Musikalischen Komödie
  • Gesandter: Dieter Köhler


Ballett im 7. Bild:

  • Das Mädchen: Cornelia Weber
  • Der Mann: Ingomar Bärs
  • Der Vamp: Heike Pabst
  • Zwei Exotinnen: Birgit Jonczyk / Konstanze Boethling
  • Zwei reiche Männer: Karl-Heinz Gohl / Kaspar-Detlef Mainz
  • Kriegshetären und Männer: Ballett der Musikalischen Komödie

 

 

Premierenchronik

DDR UA 8. Mai 1986 Musikalische Komödie, Leipzig

 

 

Inhaltsangabe

 
"Der nicht gerade poetische Titel ´Aphrodite und der sexische Krieg´ deutet darauf hin, daß es sich bei diesem neuen Musical um eine Geschichte aus der Antike handelt: Es geht umdie Athenerin Lysistrate, die die Frauen Griechenlands aufrief, sich ihren Männern zu verweigern, bis diese Frieden geschlossen hätten. Dank der Solidarität aller Frauen (Athenerinnen, Böotierinnen, Korinterinnen, Spartanerinnen), deren Männer sich untereinader um die Vorherherrschaft in Athen bekriegen ist dieser Plan von Erfolg gekrönt. [...] Dramaturgische Veränderungen und Zutaten ermöglichen Szenen mit hohem Schauwert und geben Anlaß zu zusätzlichen heiteren Verwicklungen - beispielsweise durch die Einbeziehung der Hetären (hier als einfache Freudenmädchen), die sich ebenfalls dem Bettstreit anschließen."

(Annette Siegmund-Schultze: Die Chefin heißt Melissa. In: Theater der Zeit, Heft 8 / 1986, Seite 44 - 45)

 

 

Kritiken

 
"Geschlossene Formen - Arien, Lieder, Duette, Chorszenen (Autor der Liedtexte: Wolfgang Tilgner) - bieten dem Komponisten Gerhard Kneifel seine eigentlichen Entfaltungsmöglichkeiten. Auch werden hier einige Fragen angeschnitten, die in der Gegenwart eine Rolle spielen, inbesondere in den Beziehungen zwischen Männer und Frauen.

[...] Die Autoren waren sich offenbar der Tatsache bewußt, daß man diesem Thema heute nicht allein mit allerlei Späßen beikommen kann und so kam es dazu, daß beispielsweise das Chorfinale am Schluß des Musicals, in welchem rührselig die Liebe und der Friede besungen werden, musikalisch im Stil eines Händel-Opernfinales mit "Ode an die Freude"-Klängen präsentiert wurde, eine Schlußlösung, die dem sonstigen Charakter dieses Musicals nicht angemessen ist. Glücklicherweise endet das Werk nicht mit diesem Chor, sondern mit einem Duett zwischen Lysistrate und ihrem Mann Agathon, das die Aussage wieder auf die private Spähre zurückführte. [...] Ein weiteres dramaturgisches Problem des Textbuches ist die Frage der Partnerbeziehungen. Die Figur des Agathon beispielsweise wird erst sehr spät, im zweiten Bild nach der Pause in die Handlung eingeführt; er singt ein Liebeslied [...], trifft aber zum ersten Mal mit Lysistrate im [...] Schlußduett zusammen. Manchmal schien es, als ob einzelne Figuren nur auf die Bühne gebracht wurden, um bestimmte Lieder an den Mann zu bingen.

[...] Gerhard Kneifels Stärke liegt in der Arbeit mit Klangfarben im traditionellen Rahmen, was ihm bei der Verarbeitung der immer wiederkehrenden Melodien in den Orchesterzwischenspielen und während der Balletteinlagen zugute kam. Die Musik besaß dabei freilich kaum dramaturgische Funktion: das war besonders schade bei der ansonsten gelungenen Ballettszene (Choreographie: Monika Geppert) im Freundenhaus Athens, deren herausgehobenem Charakter gemäß man sich auch eine etwas eigenständig Musik gewünscht hätte."

Annette Siegmund-Schultze: Die Chefin heißt Melissa. In: Theater der Zeit, Heft 8 / 1986, Seite 44 - 45.

 

"Kein Grund zum Jubeln, kein Grund zum Schimpfen. Grund zur maßvoller Freude: Unser heiteres Musiktheater wird mit eingängigen Werken so selten bedient, daß eine mit Anstand bewältigte Uraufführung schon ein begrüßenswertes Ereignis ist - und sei es auch mangels Masse.

[...] Die Uraufführung von der Doppelregie Erwin Leisters und Klaus Winters effektvoll betreut und von Bernd Leistner mit Geschmack ausgestattet, ist anregend genug, über dramaturgische Verbesserungen nachzudenken, denn so nackt sind Aphrodite und der sexische Krieg zum Glück nicht, daß man ihnen nicht hilfreich in die Tasche greifen könnte."

Georg Antosch: Bettstreik als Mittel zu gutem Zweck. Musikalische Komödie in Leipzig uraufgeführt. In: Neue Zeit, Zentralorgan der Christlichen-Demokratischen Union Deutschlands, Nr. 119, 22. Mai 1986.

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Aphrodite und der sexische Krieg". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 1. November 2020.