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Anything Goes - Alles Okay!

Musical in 2 Akten


Musik und Songtexte von Cole Porter 
Buch von Guy Bolton, Pelham Grenville Wodehouse, Howard Lindsay und Russell Crouse
Deutsche Fassung von Rolf Merz und Gerhard Hagen 
Musikalische Bearbeitung von Charles B. Axton

 

 

Inszenierung


Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Februar 1981
Pfalztheater Kaiserslauter, Bundesrepublik Deutschland

  • Musikalische Leitung: Charles B. Axton / Willi Westrich
  • Inszenierung: Herbert Adler
  • Bühnenbild: Wolfgang Hardt
  • Kostüme: Marianne Stolp
  • Choreographie: Jimmy James

 

Besetzung:  

  • Reno Sweeney, Nightclub-Sängerin: Sylvia Rudolf
  • Gabriela, eine von Reno's "4 Engel": Angela Strullmayer
  • Michaela, eine von Reno's "4 Engel": Marianne Reyks
  • Uriela, eine von Reno's "4 Engel": Heidi Plüss
  • Rafaela, eine von Reno's "4 Engel": Therese Stooss
  • Billy Crocker, ein "Sonny Boy": K. J. Cusch
  • Elias Whitney, Wall Street Makler: Sigi Kurzweil
  • Msr. Harcourt, eine reiche Witwe: Annelies Mücke
  • Hope, ihre Tochter: Wally Vosberg
  • Sir Evelyn Oakleigh, deren englischer Verlobter: Stephen Swanson
  • Mister Moon, gen. "Mondgesicht": Walter Holzhäuser
  • Blackie, einer seiner Partner: Fred Milan
  • Bonnie, einer seiner Partner: Susan Thomie
  • Bischof Dobson: Martin Friedberg
  • Ching, ein von ihm bekehrter Chinese: Ralf Beils
  • Ling, ein von ihm bekehrter Chinese: Wilfried Lehmann
  • Kapitän: Werner Nesseler
  • Antonio Lasagne del Verde: Jan Odenthal
  • Zahlmeister: Heinz Weis
  • Steward: Everett Redd
  • Girl: Astrid Vosberg
  • Reporter: Ralf Beils
  • Kameramann: Wilfried Lehmann
  • Jazz-Trompeter: Michael loth
  • Passagiere / Matrosen / Girls: Marina Schörnig / Charles Bankston / Massaru Iwasaki / Zbigniew Krzeszowiak / Eddie Sanders / Cornelia Benhard / Janet Calvert / Vanessa Curtis / Ruth Eggerton / Monique Feain / Angela Tissington

 

 

Premierenchronik

USA UA 21. November 1934 Alvin Theatre, New York
GB EA 14. Juni 1935 Palace Theatre, London
D Dspr. EA 10. Februar 1981 Pfalztheater, Kaiserslautern
A EA  21. Juli 2004 John-Pölz-Halle, Amstetten
CH EA 21. Dezember 2013 Theater, St. Gallen

 

 

Inhaltsangabe


"Die gesamte Handlung spielt sich auf dem Luxusdampfer ´SS American´ ab, der von New York nach England fährt.

An Bord befinden sich: die reiche bildschöne amerikanische Erbin HOPE HARTCOURT; ihr vertrottelter Bräutigam SIR EVELYN OAKLEIGH; HOPE's Mutter Mrs. HARTCOURT; der Bischof DOBSON mit seinen Schützlingen, zwei zum Christentum übergetretenen CHINESEN; ELISHA T. WITNAY, ein Wallstreet-Makler; RENO SWEENEY, Revuesängerin und frühere Wanderpredigerin mit ihrer gar nicht so engelhaften Engelschar, den ANGELS; BILLY CROCKER, devoter Begleiter des äußerst reizbaren WHITNAY.

1. Akt. Reno und Billy, beide alte Freunde, treffen sich an Bord der ´SS American´ zufällig wieder und bestätigen sich ihrer gegenseitigen, unveränderten Bewunderung: ´You are the Top - Du bist Klasse!´

Billy hatte eigentlich gar nicht vor, sich einzuschiffen, aber als er vernahm, daß Hope, sein alter ´Schwarm´, den lächerlichen Gecken Sir Evelyn heiraten will, hat er sich kurz entschlossen, als blinder Passagier mitzuschwimmen, um die Hochzeit platzen zu lassen. ´Mondgesicht´ Martin - ´Öffentlicher Feind Nr. 13´ - ein geflohener Sträfling, hat die Überfahrt ebenfalls gebucht. In frommen Schwarz geschlüpft, unter Hochwürden Dr. Moon reisend, ist Bischof Dobson von ihm hingerissen. Die Konfusion ist vorauszusehen. Moon's Gangsterbraut Bonnie ist auch dabei.

In dem Ensemble ´Bon Voyage´ wünschen sich Passagiere und die Schiffs-Crew eine gute Überfahrt - das Schiff sticht in See.

Billy, der keinen Grund hat, anzunehmen, daß Moon kein Mann der Kirche ist - ausgenommen, daß er sehr zwielichtig wirkt und den Gefängnis-Jargon perfekt beherrscht - nimmt von Moon dankbarst Paß und Schiffsticket an: beides gehört eigentlich Moon's Kollegen ´Schlangenauge´ Johnson, der kurz vor Betreten des Schiffes von der Polizei geschnappt wurde. Auch er war ein entsprungener Sträfling. Die Nacht bricht herein, und Hope versucht ihren Verlobten Sir Evelyn bei Mondlicht in ´Stimmung´ zu bringen. Er jedoch findet solchen Schmus lächerlich altmodisch. Billy stößt zu ihnen und überzeugt Sir Evelyn davon, seekrank zu sein . . . Evelyn entflieht diesem Schauspiel in seine Kabine. Nun allein, plauschen Billy und Hope über die ´herrliche´ Nacht: ´It's Delovely - Es ist herrlich!´

Später, in ihrer gemeinsamen Kabine, kommen Moon und Billy überein, daß Billy wegen der falschen Papiere eine Verkleidung braucht. Moon gesteht Billy bei dieser Gelegenheit gleich, daß er ´Öffentlicher Feind´ sei, wenn auch nur Nr. 13. Nr. 1, Johnson (dessen Papier Billy hat), sei ja aus dem Verkehr gezogen. Billy schlüpft nun in einen Matrosenanzug, den Bonnie, Moon's Spießgesellin, organisiert hat. An Deck fängt sich Bonnie Reno's ´Angels´ ein und zieht mit ihnen eine rasante Nummer ab: ´Heaven Hop - Himmels Rock´.

Hope, auch an Deck mit Sir Evelyn, erzählt ihm, daß sie die ganze Nacht mit Billy an Deck gewesen sei, was auf ihn keinen besonderen Eindruck macht. Vergeblich versucht sie, seine Leidenschaft anzuheizen: Sie verzweifelt. Billy bittet nun Reno, sich an Sir Evelyn in dessen Kabine ranzuschmeißen, ihn - mit Moon als Zeugen - zu komprimittieren, um dadurch Hope für sich zu gewinnen. Alle Drei bemänteln diese Notstandsaktion sich selbst gegenüber als ´Akt der Freundschaft´: ´Friendship - Freundschaft´.

Sir Evelyn rasiert sich gerade, da erscheint Reno in seiner Kabine und setzt ihre Verführungskünste auf ihn an. Leider klappt Moon's ´Timing´ nicht: er überrascht wohl die Beiden, aber viel zu früh - schließlich ist Sir Evelyn sehr schüchtern . . .

An Deck schwärmt Reno von ihrer Zuneigung für Sir Evelyn, die ihr allerdings völlig unerklärlich ist: ´I Get A Kick Out Of You - Ich bin nach dir ganz verrückt!´

Billy hat sich indessen mehrmals verkleidet, um in Hope's Nähe zu sein, aber - der Schiffszahlmeister erkennt ihn und hält ihn für Johnson, den ´Öffentlichen Feind Nr. 1´ . . . Alle sind von dem wohligen Grusel erfaßt, eine solche Berühmtheit unter sich zu wissen - außer Hope natürlich. Reno ergreift das Wort, um die aufgeregen Gemüter zu besänftigen: ´Anything Goes - Alles Okay!´

2. Akt. Die Tatsache, einen Verbrecher an Bord zu haben, bringt die Passagiere und die Mannschaft in gute Laune: dadurch kommt doch endlich Leben in die Bude. Man preist Billy in der Hymne: ´Public Enemy Number One - Öffentlicher Feind Nummer Eins!´

Blackie erfaßt die Situation und treibt die Stimmung bis zur Ausgelassenheit: ´Let's Step Out - Jetzt geht's los!´ Reno steht ihm bei und setzt noch eine Variante drauf, unterstützt von Sir Evelyn (!): ´Let's Misbehave - Benehmt euch schlecht!´

Moon, der angebliche Geistliche, wird dazu getrieben, aus dem ´Gangster´ Billy eine Beichte herauszupressen - was soll Billy nun tun? Hope rät zur Wahrheit, Billy stimmt zu. Er sagt allen, daß sie sich schämen sollten, darauf stolz zu sein, einen Strolkch unter sich zu wissen und erklärt, wer er ist.

Das Unheil schreitet schnell: der Kapitän läßt ihn festnehmen, weil er sich als eine "Berühmtheit" ausgegeben habe. Moon wird gleich mit in die Zelle gesteckt. Reno jedoch - die ehemalige Wanderpredigerin bricht wieder in ihr durch - stimmt mit Passagieren und Mannschaft einen Song an, der allen, ob ihrer abwegigen Sympathie, für einen Bösewicht Generalablaß für diese Sünden gewährt: ´Blow, Gabriel, Blow - Blas, Gabriel, blas!´

Fünf Tage später nähert man sich der englischen Küste. Billy und Moon sitzen immer noch in der Schiffs-Zelle. Billy besingt seine Liebe zu Hope, diese hört an Deck seinen Gesang und stimmt ein: ´All Through The Night - Schön war die Nacht!´. Moon versucht Billy von seiner trübsinnigen Stimmung abzulenken und rät ihm: ´Be Like A Bluebird - Sei wie ein Vogel!´

Die Bekehrung der beiden Chinesen durch Bischof Dobson hat nicht die erhofften Früchte getragen: beide landen ebenfalls in der Zelle, weil sie Passagiere der 3. Klasse zum Spiel verführt und dabei übers Ohr gehauen haben. Billy und Moon fassen das Schicksal beim Schopf, bringen ihnen das entblößende ´Pfänderspiel´ bei und im Handumdrehen haben sie den beiden ihre Chinesentracht abgegaunert.

An Deck hängt Reno mit ihren Angels herum. Sie haben Heimweh und bitten die Vorsehung: ´Take Me Back To Manhattan - Nimm mich mit nach Manhattan!´ Sir Evelyn gesteht Reno, daß ihm leider keine andere Wahl bleibt, als Hope zu heiraten, denn Hope's Mutter Mr. Hartcourt, hat die Hochzeit bereits arrangiert, die noch vor der Landung gefeiert werden soll. Da treten Billy und Moon in ihrer Kostümierung dazu und auch Reno, die Situation erfassend, hat sich als Chinagirl verkleidet. Billy konfrontiert sie voller Frechheit mit Sir Evelyn: sie sei ´Pflaumenblüte´, das Chinesische Mädchen, an dem er dereinst mal sehr schlecht gehandelt hätte! Hope und Evelyn durchschauen alles und spielen sofort mit: um sich anständig aus der Affaire zu ziehen, überläßt Evelyn großmütig Hope einem der ´Chinesen´ (Billy natürlich) und erklärt sich als Mann von Ehre bereit ´Pflaumenblüte´, also Reno, zu heiraten. Sie willigt ein. Ende gut - alles gut.

Da platzt eine Telgramm aus Washington in die Glückseligkeit: Moon muß weiter eingelocht bleiben. Dadurch ist er nun nicht mehr ´Öffentlicher Feind´, sondern - in Sicherheit - nur noch ´Öffentliches Ärgernis´.

(Inhaltsangabe aus dem Programmheft der deutschsprachigen Erstaufführung)

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • "Anything Goes". London Cast Recording, Studio-Einspielung, First Night Records 1989, OCRCD 6038 (1xCD). 

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Anything Goes - Alles Okay!". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 13. März 2020.