Sie sind hier: Startseite Inhalte Moral

Moral

Musical nach Ludwig Thoma


Buch und Texte von Günther Schwenn
Nach dem Roman von Ludwig Thoma
Musik von Franz Grothe

 


Inszenierung


Uraufführung: 26. Oktober 1974  
Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen, Bundesrepublik Deutschland
 

  • Regie: Günter Könemann
  • Choreografie: Jorge Sansinaea
  • Musikalische Leitung: Heinz Scheffler
  • Ausstattung: Heinz Balthes
  • Choreinstudierung: Julius Asbeck


Besetzung:

  • Fritz Beermann, Rentier: Hermann Schomberg
  • Lina Beermann, seine Frau: Elisabeth Schmitt-Walter
  • Effie, beider Tochter: Theresa Seidl / Annemonika Meusel
  • Hans-Jakob Dobler, Dichter: Rudolf Otahal
  • Adolf Bolland, Kommerzienrat: Albert Zell
  • Klara Bolland, seine Frau: Sophie Heigl
  • Dr. Hauser, Justizrat: Rolf Schneider
  • Frau Lund, eine alte Dame: Anneliese Rehse
  • Otto Wasner, Gymnasialprofessor: Walther Finkelberg
  • Frl. Koch-Pinneberg, eine Ästhetin: Annemarie Dölitzsch
  • Madame Nino de Hauteville, eine Private: Birke Bruck
  • Assessor Ströbel: Herbert Adler
  • Der Polizeipräsident, Freiherr von Simbach: Victor Tacik
  • Baron Botho von Schmettau, Adjudant des Erbprinzen Emil: Lutz U. Flöth
  • Reisacher, ein Schreiber: Rolf Heinz Schuchardt
  • Der Erbprinz Emil: Waldemar Mauelshagen
  • Der Geheimrat Krause: Georg Zapp
  • Der Kommissär Schmuttermaier: Josef Hazuka
  • Betty, Dienstmädchen bei Beermann: Cherylanne Gillam
  • Zwei zeitungsjungen: Helmut Desch / Walter Heitbrink
  • Fotograf: Karl Heinz Haack
  • Vorturner: Luis Casa
  • Der Opernchor und das Corps de ballet

 

 

Premierenchronik

D UA 26. Oktober 1974 Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen
CH EA 29. Dezember 1974 Stadttheater, St. Gallen

 

 

Inhaltsangabe


"Dieser Bilderbogen aus der guten alten Zeit - man schrieb das Jahr 1910 - spielt in einer kleinen Residenzstadt. Die Bürger leben in einer Welt, in der "ein Wurm im Stil der neuen Zeit noch nicht drin ist". Die Verhaftung der sehr gastlichen Dame, bei der man sich von der heimischen Herd so dick aufgetragenen Ehrbarkeit erholen konnte, erweckt bei den Herren des Sittlichkeitsvereins, dem der konservativ-liberale Reichtstagskandidat, Rentier Fritz Beermann, präsidiert, persönliche Interessen. Geradezu Panik löst bei den Männern die Nachricht aus, besagte Dame habe ein Tagebuch geführt. Da bei der Verhaftung sich unglücklicherweise der "allerhöchste" Erbprinz im Kleiderschrank verstecken mußte, wird die Sache vertuscht. Der Sittlichkeitsverein bezahlt Kaution und Entschädigung und die Dame bricht auf, um an einem besseren Ort zu erhöhten Preisen neu zu beginnen. Beermann bekommt einen Orden und wird geadelt. Zucht und Ordnung, Recht und Sitte kehren wieder ein. Am Rande spielt die Liebesgeschichte, die natürlich mit einer standesgemäßen Verlobung endet, zwischen des Rentiers Töchterlein und dem armen Poeten."

(Helmut Schwanen: Erfolg ohne Höhepunkt. In: Rheinische Post, 28. Oktober 1974)

 

 

Kritiken


"Die Satiren von gestern sind die Klamotten von heute. Nicht einmal 70 Jahre sind es her, als Ludwig Thoma seine Komödie "Moral" schrieb, eine Attacke gegen miese Biedermeier, gegen falsche Moralapostel, die ihn kurz zuvor ins Gefängnis gebracht hatten. Damals hatten die Autoren Mut. Thomas riskierte eine zweite Haftstrafe. [...] Es ist schon qualvoll, Thoma als Boulevardautor mißverstanden zu sehen. Dochh was jüngst im Musiktheater im Revier über die Bühne ging, kann nur noch "Mord" genannt werden: Ludwig Thoma starb in Gelsenkirchen, Friede seiner Asche."

Richard Dölle: Ludwig Thoma starb in Gelsenkirchen - Welturaufführung des Musicals "Moral" im Musiktheater im Revier. In: Buersche Zeitung, 28. Oktober 1974.

 

"Altmeisterliches ist da gelungen. Grothe erbringt den Beweis, daß einem Komponisten wirklich nichts mehr einfallen muß, um hübsche Musik zu schreiben, wenn er sich nur auf einen reichen Erfahrungsschatz stützen kann. Grothe kann das. Und so bettet er Thomas spitze Satire zweidreiviertel Stunden lang in vertraut klingende Weisen. [...] Grothes Beharrungsvermögen auf seinen vertrauten Tonwelten hat etwas Liebenswürdiges, vielleicht auch Rührendes an sich, Günther Schwenns Beharren auf textlichen Platitüden eigentlich nur Ärgerliches. Solange er frei nach Thoma Dialoge reden läßt, gehen die Texte noch an, wenn sich Schwenn aber bei den Liedtexten in lyrische Gefilde verirrt, bekommt Ludwig Thomas Komödiantik prompt Gesellschaft von unfreiwilliger Komik."

Reinhard Beuth: Ludwig Thoma mit Musik - Musical von Franz Grothe in Gelsenkirchen uraufgeführt. In: Mannheimer Morgen, Nr. 262, 12. November 1974.

 

"Günter Könemanns detailverliebte Regie, die wesentlich mehr hätte straffen und auf Tempo zielen müssen, liefert adrettte, bunte Arrangements in Heinz Balthes' üppiger, technisch brillanter Ausstattung.

Grothes operettenhafte Musik klingt eher nach den 50er Jahren als nach 1974: es sind hübsche Chansons oder Ensembles - die schnell wieder vergessen sind. Heinz Schefflers musikalische Leitung gibt den Melodien Schliff und Schwung."

Hans-Jörg Loskill: Seitenhiebe in Watte gepackt - Ludwig Thomas "Moral" als Musical beim Musiktheater des Reviers. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 28. Oktober 1974.

 

 

Medien / Publikationen

 

Literatur

 

  • Ludwig Thoma: Moral: Komödie in drei Akten, Zenodot Verlagsgesellschaft, 2015)

 

 

Empfohlene Zitierweise


"Moral". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 8. September 2020.