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Terzett

Musical in 7 Bildern


Musik von Gerd Natschinski
Buch von Helmut Bez und Jürgen Degenhardt 
Liedtexte von Jürgen Degenhardt


Inszenierung


Uraufführung: 15. Juni 1974
Musikalische Komöide Leipzig, DDR
 

  • Musikalische Leitung: Gerd Natschinski (UA)
  • Regie: Wolfgang Weit
  • Bühnenbild: Volker Walther
  • Kostüme: Christa Hahn
  • Choreographie: Monika Geppert
  • Chöre: Martin Brückner


Besetzung:

  • Corbatty, Kastellan: Arthur Krings / Dieter Scholz
  • Leila, Ägypterin, Geliebte von Florian: Annelies Breitkopf / Eva-Maria Hagen
  • Ottilie, von Florian getrennt lebende Ehefrau: Margot Ebert / Christel Guck
  • Florian, Archäologe: Hans-Gottfried Henkel / Jörg Kaehler
  • Reiseleiterin: Brigitte Kreuzer / Lisa Thomas-Muscha
  • Touristengruppe: Chor und Ballett der Musikalischen Komödie Leipzig

 

 

Premierenchronik

DDR UA 15. Juni 1974 Musikalische Komödie, Leipzig
D EA 21. September 1980 Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen

 

 

Inhaltsangabe


"Der Untertitel des Musicals ist Programm: „Terzett oder der Versuch einer Darstellung des menschlichen Zusammenlebens unter erschwerten Bedingungen – nämlich unter denen der Liebe!“ Auf der Burg Gleichen in Thüringen – heute eine der großen Touristenattraktionen im Thüringer Wald – lebte im 13. Jahrhundert ein Graf Ernst von Gleichen, der der Legende nach mit zwei Frauen verheiratet war, und das glücklich! Im Erfurter Dom findet sich bis heute ein dreiteiliges Grabmal des Grafen von Gleichen und seiner zwei Frauen. Jahrhundertelang soll auch ein dreischläfriges Bett, genannt der „grüne Tannenschrein“, existiert haben, bis napoleonische Soldaten es als Heizmaterial verwendeten.
Burgwart Corbatty, eine etwas merkwürdige Erscheinung, zwischen 50 und 800 Jahre alt, möchte den heutigen Touristen die Geschichte dieses zweibeweibten Grafen zu gerne als historisches Faktum offerieren. Eines Tages bietet sich die Gelegenheit, die Legende Wirklichkeit werden zu lassen: Es erscheint der Archäologe Florian auf der Burg, in Gesellschaft der Ägypterin Leila, seiner Dolmetscherin auf der letzten Forschungsreise. Beide möchten auf der Burg ein paar ruhige romantische Tage verleben. Und treffen prompt auf die von ihrem Mann getrennt lebende Frau Otti …"

(Verlagsangabe Schott Music GmbH & Co., Mainz)

 

 

Kritiken

 

"Da Bez und Degenhardt sich jedoch erneut mit Gerd Natschinski als musikalischen Ko-Produzenten zusammentaten, weitete sich das Komödchen zu größeren Dimensionen mit Chorvokalisten in der Art Ray Connifs und mit Ballettszenen in denen die Choreographin Monika Geppert gesundem Eros huldigen läßt. Mit von Jary, Grothe, Kreuder und anderen ausgehenden Hörgewohnheiten der dreißiger und vierziger Jahre groß geworden, hat Natschinski auch seine zündende neue Musik von daher entwickelt und läßt sie im Grunde eher zur Operette als zum Musical tendieren."

Georg Antosch: Die Uhr hat Sex geschlagen in dem neuen Musical "Terzett", uraufgeführt in Leipzig. In: Neue Zeit Berlin, 13. Juli 1974.

 

"Die Autoren haben unsere gültigen Moralnormen nicht umgestürzt, aber doch auf geschmackvolle Art prickelnde Reize auf die Bühne gebracht. Das Kompliment betrifft den Regisseur Wolfgang Weit gleichermaßen, denn er hat den Reiz und Witz des Textes und der Musik und ebenso den guten Geschmack szenisch sublimiert. Vieles ist ihm - dem Bühnenbildner Volker Walther und der Kostümgestalterin Christa Hahn nicht minder - eingefallen, das die Handlung sinnfällig, den Sinnen gefällig und sinnlich zu dramatischem Ausdruck führt."

Horst Heitzenröther: Graf von Gleichen inspirierte zu 'Terzett'. In: National-Zeitung, 20. Juni 1974.

 

"Die Dialoge vertrügen noch kritische Sichtung für künftige Einstudierungen, erstaunlich sicher gearbeitet, handwerklich exzellent sind hingegen die Musiknummern-Texte, und das ist viel wert. Gaben sie doch dem Komponisten Gelegenheit, sein Talent voll zu entfalten - bei schmissig Couplethaftem, bei intimen Chansons, bei Melodramatischem wie dem Burgspuk, auch für Charakteristisches aus historischem Milieu, durchgeformt fast im Stil des Singspiels, der komischen Oper. Eine neue Stufe in Natschinskis musik-dramaturgischer Arbeit ist zu konstatieren; er bleibt sich treu, aber geht weiter, kopiert nichts 'Sicheres' vorausgegangener Werke."

Klaus Klingbeil: "Terzett" im Bett? Zur Uraufführung des neuen Musicals von Gerd Natschinski und Helmut Bez / Jürgen Degenhardt in Leipzig. In. Theater der Zeit, Heft 9, 1974, Seite 26-28.

 

 

Medien / Publikationen

 

Audio-Aufnahmen

  • LP Nova 885 084

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Terzett". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 6. Juli 2020.