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Eine Frau nach Maß

Musical


Musik von Siegfrid Schäfer
Text von Nils Werner

 


Inszenierung


Uraufführung: 15. Dezember 1972
Metropol-Theater Berlin, DDR
 

  • Musikalische Leitung: Siegfried Schäfer
  • Regie: Uta Birnbaum / Stefan Schütz
  • Ausstattung: Werner Schulz
  • Choreografie: Helga Wasmer-Witt
  • Chöre: Werner Schieke

 

Besetzung:

  • Oriona: Maria Mallé
  • Toliman: Fritz Hille
  • Minora: Doris Abeßer
  • Draco: Wolfgang Ostberg
  • Virgo: Paul Arenkens
  • Kühlborn: Hans-Joachim Blochwitz
  • Mutter: Erika Grajena
  • Ulko: Hans Glogowski
  • Auriga: Marioara Vaidas
  • Strömberg: Hans Recknagel
  • Synthia: Helga Dürr
  • Salutia: Susanne Leiterer / Gertraude Wagner
  • Pförtner: Gert Böhme
  • Ballettsolisten: Hildegard Hoffmann / Evelyn Lützow / Maria Sierakowski / Kurt Kaminski / Helmut Schindler
  • Chor und Ballett des Metropol-Theaters

 

 

Premierenchronik

DDR UA 15. Dezember 1972 Metropol-Theater, Berlin



 

Eine Frau nach Maß Bild 005

Szenenfoto aus dem Metropol-Theater; Quelle: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Abraham Pisarek, Permalink

 

 

Inhaltsangabe


"Die Frau nach Maß heißt Synthia. Geschaffen wider die Unmöglichkeitstheorie ihres geliebten Toliman, von der jungen Wissenschaftlerin Oriona. Synthia, der erste Homo Synthetikus. Er soll das Abbild der Menschen auf fernen Planeten tragen. Vorerst soll er dienen, Toliman falsche Illusionen auszutreiben. Also werden Synthia menschliche Verhaltensweisen programmiert und sie als Wissenschaftlerin Dr. Synthia aus Neufundland in Marsch auf die Festung der bornierten, mit Vorurteilen lebenden Wissenschaftler Strömberg, Kühlborn, Toliman gesetzt. Sie nimmt die Festung ein mit einem neuen Lern- und Denksystem, ist gern gesehener Gast im Hause der Kühlborns,deren genialer Toliman mit irgendeinem goldenen Schwert der Wissenschaft für seine Leistungen auf dem Gebiet der Unmöglichkeitstheorie ausgezeichnet wurde. Toliman, vorerst dem Reiz der Puppe Synthia ergeben, vermutet abgekartetes Spiel, von Oriona inszeniert: Synthias sei eine Komödiantin, abgerichtet als Racheengel.

Oriona sieht das Unheil, das Synthia angerichtet hat, will sie aus Eifersucht morden, in diesem Falle durch Einschmelzen. Toliman aber durchschaut alles vollends und ist begeistert von der Leistung seiner Oriona. Er will Synthia in Sicherheit vor der Einschmelzerin bringen. Die Flucht-Rakete auf dem Eheflughafen geht aber nur für Verheiratete in die Luft. Für die plötzlich verschwundene Synthia stehen unversehens drei Synthias vor Toliman-Paris: Unser Homo Synthetikus, Dr. Salutia, Orionas Freundin, nach deren Bild Synthia geschaffen wurde, und Oriona selbst. Toliman-Paris entscheidet sich, na klar, für Oriona."
  

Wolfgang Lange: Eine Frau nach Maß. in: Theater der Zeit, Heft 3, 1973, Seite 47.
 

 

Eine Frau nach Maß 015

Szenenfoto aus dem Metropol-Theater; Quelle: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Abraham Pisarek, Permalink

 

 

Kritiken


"Hinten auf der Bühne paradiert im uniformen Zukunftslook die streicherlose Band (Leitung: Siegfried Schäfer), in matt durchschimmernden, bizarr kurvenden Plastikröhren wandert, blitzt und flackert "umlaufendes Licht", der überdeckte Orchestergraben wird als Spielfläche benutzt, die Akteure geben siech die Mikrofone zum Gesang in die Hand, der Modetrend heißt: kat und steril (Ausstattung: Werner Schulz).

[...]  Der Witz der textlichen Vorlage suche ich nach mehrmaliger Lektüre immer noch; umso deutlicher wurde, daß die Leistung der Regisseure Uta Birnbaum und Stefan Schütz höher zu veranschlagen ist, als es mir unmittelbar nach der Premiere nötig schien. Der Text wimmelt von mageren Kabarett-Pointen, deren Altbackenheit auch nicht zu verkleistern ist durch die Verlagerung des Geschehens in die Zukunft, deren bröckelnde Tünche nicht aufzufrischen ist durch den Anstrich mit visionäer Optik.

[...] Und Siegfried Schäfers Musik. Sie geht arg nach hinten los, ist ohne Inspiration, eintönig im pseudomodernen Klangbild; die kabarettistische Distanz im Melodischen und in der rustikalen Benutzung von Zitaten ist zu spüren. Mehr kaum."

Wolfgang Lange: Eine Frau nach Maß. in: Theater der Zeit, Heft 3, 1973, Seite 47.

 

 

"Nahezu nackt, nur mit Perücke und Knautschlack-Stiefeln sowie einem Bikini aus Aluminium-Pailetten wie von Paco Rabanne angetan - so tollt die erste Solotänzerin Helga Dürr in einem futuristischen DDR-Musical über die Bühne.

[...] Das Orchester, auf der Bühne postiert, ergötzte das Publikum mit Twist und Beat, Blues und Charleston. Vor allem aber delektierten sich Zuschauer und Zuhörer am Sex - an Helga Dürr als sympathischer Super-Puppe "Synthia", am Ballett à la Bluebell Girls und an schüchternen kabarettistischen Anspielungen im Dialog: auf Passierscheinregelungen, auf Behörden-Krimskrams und auf die Baukunst von DDR-Professor Walter Womacka. Sein Kupferbrunnen auf dem neugestarteten Alexanderplatz wird -- unter dem Beifall des Publikums -- beiläufig als "Nutten-Brosche" abgetan."

[ohne Autorennennung]: Eine Frau nach Maß. In: Der Spiegel, 53/1972, 25. Dezember 1972.

 

 

Empfohlene Zitierweise


"Eine Frau nach Maß". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 2. August 2020.