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Nine

Musical nach Federico Fellinis "8 1/2"


Musik und Songtexte von Maury Yeston
Buch von Arthur Kopit
Deutsch von Ulf Dietrich 
Deutsche Liedtexte von Lida Winiewicz

 


Inszenierung


Deutschsprachige Erstaufführung: 21. Februar 1999
Theater des Westens, Berlin, Bundesrepublik Deutschland
 

  • Regie und Choreographie: Helmut Baumann und Jürg Burth
  • Musikalische Leitung: Timothy Higgs
  • Co-Dirigent: Bob Edwards
  • Bühnenbild: Katrin Kegler
  • Kostüme: Kathrin-Susann Brose
  • Lichtdesign: Sid Ellen
  • Tondesign: Volker Waßmann

 

Besetzung:

  • Guido Contini: Alfred Pfeifer / Hartwig Rudolz
  • Guido als Kind: Hubertus Richter / Christian Pirzer / Michael Müller / Enrico Zülow / Luke Brotherton / Ken Wroblewski
  • Luisa Contini: Sylvia Wintergrün / Sabine Schwarzlose
  • Liliane la Fleure: Michelle Becker / Laure Balon
  • Carla Albanese: Pascale Camele / Franziska Forster
  • Guidos Mutter: Catherine Gayer / Kathryn Green
  • Claudia Nardi: Renée Knapp / Marina Edelhagen
  • Stephanie Necrophorus: Monica Solem / Ines Rabsilber
  • Lady of the Spa: Elke Rieckhoff / Janet Calvert
  • Saraghina und Gondolière: Anne Welte / Sissy Staudinger
  • Mama Maddelena: Christiane Mueller / Jana Malgoran
  • Diana: Janet Calvert / Tina Linz / Irina Jünger
  • Maria: Ines Rabsilber / Svetlana Jovanovic
  • Francesca: Jutta C. Bauer / Jana Malgoran
  • Annabella: Franziska Forster / Kathrin Unger
  • Giulietta: Sabine Schwazlose / Gabriele Stern / Kathrin Unger
  • Renata: Laure Balon / Tina Linz
  • Olga von Sturm: Sissy Staudinger / Mona Graw
  • Heidi von Sturm: Kathryn Green / Dorothée Dalg
  • Ilsa von Hesse: Barbara Schramm / Dorothée Dalg
  • Gretchen von Krupf: Elisabeth Umierski / Mona Graw
  • Reporter: Mona Graw / Svetlana Jovanovic / Jana Malgoran / Dorothée Dalg
  • Badegäste: Christiane Heinke / Irina Jünger / Gabriele Stern / Sonja Walter / Tina Linz / Kathrin Unger / Laure Balon / Sabine Schwarzlose / Dorothée Dalg
  • Guidos Tanten: Kathryn Green / Barbara Schramm / Elisabeth Umierski / Dorothée Dalg / Mona Graw
  • Kardinal: Kornel Hedl
  • Kinder: Robert Baum / Sergius Dadaschi / Max Freienstein / Cavo Kernich / Jason Reddig / Justin Reddig / Dario Remmler / Ferdinand Sehrndt / David Spandöck / Alexander Wagner / Yannick Weinz / Clemens Wickboldt / Aljoscha Zierow
  • Statisten: Sarah Babiec / Esther Nolte / Kerstin Romeike / Marija Vahldiek

 

  • Liliane la Fleure: Daniela Ziegler (3. April bis 2. Mai 1999)

 

 

 

Premierenchronik

USA UA 9. Mai 1982 46th Street Theatre, New York
GB EA 9. Dezember 1996 Donmar Warehouse, London
F EA 16. September 1997 Folies Bergère, Paris
D Dspr. EA 21. Februar 1999 Theater des Westens, Berlin

 

 

Inhaltsangabe


"Der stets erfolgreiche Filmregisseur und Liebling der Frauen, Guido Contini, gerät in eine Sinnkrise. Seine Affären wachsen ihm über den Kopf: Mutter, Ehefrau, Geliebte, Ex-Geliebte, seine Produzentin, seine ärgste Kritikerin und sein weiblicher Fanclub wirbeln sein Leben durcheinander. Der klassische Fall des begehrten Mitfünfzigers mit den grauen Schläfen, dem es schwerfällt, sich zu entscheiden."

(aus: Flyer des Theater des Westens, Berlin, 1999)

 

 

Kritiken


"Leider ist das Werk die Mühe nicht wert: die Musik von Maury Yeston akademisch überladen, die Dramaturgie knirschend, die Dialoge schleppend, trotz flotter Tanzeinlagen kommt man nicht vom Fleck. Doch dafür präsentieren sich, blank poliert und luxuriös möbiliert, noch einmal die First und Second Ladies des "TdW".

Eleonore Büning: Bevor die Macher kommen. Aus "8 1/2" wird "Nine": Helmut Bauman inszeniert sein letztes Musical nach Fellinis Vorlage. In: Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ), 1. März 1999, Nr. 50, Seite 51.

  

"Der Broadway muß ein trauriger Ort sein, wenn er so wenig mit Fellinis kindlicher Trauer anfangen kann. "Nine" war von Baumann gewiß als kulturelle Tat im Musicalgewerbe gedacht, und man würde gerne etwas Günstiges dazu sagen. Aber gerade der relativ hohe Anspruch, den "Nine" vor sich herträgt, zwingt zum ständigen Vergleich mit Fellinis Vorlage, und er kann nur verheerend für das Musical ausgehen.

Yestons Musik, die sich grozügig aus der Operngeschichte seit dem achtzehnten Jahrhundert bedient, aber trotzdem nur spätromantische Filmmusiksoße zusammenrührt, verspielt die Grundspannung von Rota; sie ist nicht volkstümlich, sondern vulgär und kommerziell.

[...] Die Handlung, die bei Fellini lose und eigentlich nicht entwirrbar herumliegt, wird bei Yeston zu einem straffen Seil, an dem die nur in der ersten Hälfte genregerecht "zündenden", nach der Pause nur noch faden Nummern hängen."

Gustav Seibt: Achteinhalb + Anspruch = Nine. Ein Musical nach Fellini: Das Theater des Westens begeht eine kulturelle Tat. In: Berliner Zeitung, 23. Februar 1999.

 

"Allein der Österreicher Alfred Pfeifer als Guido bleibt blaß, stimmlich wie darstellerisch. Dunkel gewandet, stolpert er zumeist passiv durch den bunten Reigen, optisch dem Vorbild Marcello Mastroianni aus Fellinis Film nicht unähnlich und völlig an die Wand gespielt von der versammelten Weiblichkeit. Was für die Dramatrurgie so schlecht nicht ist: Zwar ist das ganze Stück, der Blick des Regisseurs auf das Universum der Frauen, eine reine Männerphantasie, und trotzdem ist der Protagonist, der reine Projektionsfigur bleibt, eine Leerstelle in der Mitte."

Christina Tilmann: Weibliche Dreifaltigkeit. Kein Fellini, aber ein Baumann: "Nine" im Theater des Westens. In: Der Tagesspiegel, 23. Februar 1999, Seite 26.

 

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • "Nine". Original Broadway Cast Recording. Sony S2K 86858, (2xCD).
  • "Nine". London Concert Cast. TER CDTER2 1193 (2xCD).
  • "Nine". Original Broadway Revival Cast, 2003, mit Antonio Banderas. PS Classic 312 (1xCD).
  • "Nine". Berlin Cast TdW, 1999. (1xCD).
  • "Nine". Original Film Soundtrack, 2009. Geffen 001380102. (1xCD).

 

Literatur

  • Federico Fellini: 8 1/2. Zürich: Diogenes Verlag, 1994.

 

 

 

Empfohlene Zitierweise


"Nine". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 21. März 2021.